vergrößernverkleinern
Der Hamburger SV wurde sechs Mal Deutscher Meister, zuletzt 1983 © getty

Der HSV will mit einem Sieg über Hannover 96 seine Titelchancen wahren. Werder Bremen ist bei der kriselnden Hertha zu Gast.

München - Den Höhenflügen auf Europas Bühne soll die Pflichterfüllung in der Liga folgen: Nach dem Einzug ins Halbfinale des UEFA-Cups erwartet der Hamburger SV am Sonntag zum 28. Spieltag der Fußball-Bundesliga Hannover 96 (So., ab 17 Uhr LIVE).

Werder Bremen muss gleichzeitig bei der zuletzt kriselnden Hertha in Berlin antreten.

Drei Tage später beginnt mit dem Halbfinale im DFB-Pokal die wohl einmalige Phase, in der beide Nordklubs innerhalb von zweieinhalb Wochen viermal aufeinandertreffen.

Titelträume in Hamburg

"Jetzt gilt die Konzentration wieder der Bundesliga. Wir haben nicht viel Zeit, den Hebel umzulegen", sagte HSV-Abwehrspieler Marcell Jansen nach dem 1:2 bei Manchester City, das den Sprung ins Halbfinale des UEFA-Cups perfekt gemacht hat.

Über das Weiterkommen wollte sich auch Trainer Martin Jol nicht lange freuen: "Jetzt widmen wir uns der Bundesliga."

Sollte den Hamburgern gegen Hannover ein Sieg gelingen, dürfen die Nordlichter weiter vom Titelgewinn träumen.

Jarolim kehrt zurück

Allerdings muss Jol in der Innenverteidigung Joris Mathijsen wegen der fünften Gelben Karte ersetzen.

Mittelfeldspieler David Jarolim kehrt nach seinem Fehlen beim 0:1 im letzten Liga-Spiel beim VfB Stuttgart in die Mannschaft zurück.

Lieblingsgegner HSV

Für Hannover gehört der HSV zu den Lieblingsgegnern. In 13 Partien seit dem Wiederaufstieg verloren die 96er nur zweimal.

"Hamburg ist für uns immer eine Reise wert. Wir wollen dort eine gute Leistung abliefern", sagt 96-Stürmer Jiri Stajner, dessen Vertrag am Freitag um zwei Jahre verlängert wurde.

Erster Auswärtserfolg?

Allerdings sind die Niedersachsen nach wie vor die schwächste Auswärtsmannschaft der Liga. (DATENCENTER: Ergebnisse)

Noch immer wartet das Team von Trainer Dieter Hecking in dieser Saison auf einen Auswärtserfolg.

Reichen die Kräfte?

Bei den Hamburgern wird die entscheidende Frage sein, ob sie beim "Tanz auf drei Hochzeiten" ihre Kräfte gut einteilen können.

Bis zum 16. Mai müssen sie fast im Drei-Tages-Rhythmus neun Spiele bestreiten, vier davon gegen Bremen.

"Gegen Werder erwarten uns vier Festtage. Das freut mich vor allem für unsere Fans", sagt HSV-Keeper Frank Rost.

Vorfreude aufs Derby

Auch in Bremen blickt man der Derby-Serie mit Vorfreude entgegen und kam bereits auf originelle Ideen: "Warum sollten wir uns in so kurzer Zeit viermal mit den Hamburgern messen? Lasst uns einen Derby-Tag festlegen. Wir spielen viermal 90 Minuten am Stück, und die Karten kosten 150 Euro", sagte Petri Pasanen scherzhaft.

Auch Nationalspieler Per Mertesacker gewinnt der besonderen Konstellation viel ab: "Da geht mir als Norddeutschem das Herz auf."

Einsatz von Diego fraglich

Beim Auswärtsspiel bei der Hertha am Sonntag (So., ab 17 Uhr LIVE) müssen die Bremer aber auf Mittelfeldspieler Diego verzichten.

Aufgrund seiner muskulären Probleme wird der Brasilianer, der am Donnerstag mit seinen beiden Treffern in Udine (3:3) dem Vize-Meister noch den Einzug ins UEFA-Cup-Halbfinale geebnet hatte, geschont. Diego soll Werder am kommenden Mittwoch im Halbfinale des DFB-Pokals beim HSV wieder zur Verfügung stehen.

m Olympiastadion fehlen Trainer Thomas Schaaf Nationalspieler Mesut Özil (Knieprobleme) und Sebastian Boenisch (Fußprellung) ebenfalls. Zudem steht der an der Achillessehne operierte Daniel Jensen nicht zur Verfügung. Für Diego soll Aaron Hunt spielen, zudem rücken voraussichtlich Peter Niemeyer und Alexandros Tziolis in die Mannschaft.

Schlägt Hertha sich selbst?

Hertha hatte zuletzt am meisten mit sich selbst zu kämpfen.

Der Dauerstreit zwischen Manager Dieter Hoeneß und dem Präsidium sorgt für anhaltende Unruhe.

Zudem belasten die Abwanderungspläne von Top-Torjäger Andrej Voronin, der wohl zum FC Liverpool zurückgeht, die Stimmung.

Hertha will Talfahrt stoppen

Auch sportlich ging es mit drei Niederlagen in Folge abwärts.

Der Trend soll nun gestoppt werden. Allerdings muss Trainer Lucien Favre neben dem rotgesperrten Woronin auch auf Kapitän Arne Friedrich (Knie-OP) und Patrick Ebert (5. Gelbe Karte) verzichten.

Die voraussichtlichen Aufstellungen: Hertha BSC Berlin - Werder Bremen

Berlin: Drobny - Stein, von Bergen, Simunic, Cufre - Nicu, Dardai, Kacar, Cicero - Raffael, Pantelic

Bremen: Wiese - Fritz, Mertesacker, Naldo, Tziolis - Frings, Baumann - Hunt, Niemeyer - Pizarro, Hugo Almeida

Schiedsrichter: Babak Rafati (Hannover)

Die voraussichtlichen Aufstellungen: Hamburger SV - Hannover 96

Hamburg: Rost - Boateng, Gravgaard, Alex Silva, Jansen - Jarolim, Aogo - Trochowski, Jansen - Guerrero, Olic

Hannover: Enke - Pinto, Eggimann, Christian Schulz, Rausch - Bastian Schulz, Balitsch (Krebs) - Stajner, Bruggink - Hanke, Forssell

Schiedsrichter: Markus Schmidt (Stuttgart)

Zum Forum - jetzt mitdiskutieren!Zurück zur Startseite

teilentwitternteilenE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel