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Das Ergebnis der Haaranalyse bringt Daums Kokainkonsum ans Licht und beweist die Vorwürfe von Hoeneß. Für Daum ist es der Tiefpunkt
Christoph Daum betreute den FC nach 18 Jahren wieder bei einem Bundesliga-Heimspiel © getty

Auch gegen Frankfurt schafft es Köln nicht, eine Führung über die Runden zu bringen. Der Trainer spart dennoch mit Kritik am Team.

Von Matthias Gante und Jan Reinold

München/Köln - Der 1. FC Köln hat bei seinem Heimspiel-Debüt nach zweijähriger Bundesliga-Abstinenz den möglichen Sieg verschenkt und dabei Trainer Christoph Daum das Jubiläum verdorben.

Bis zur 81. Minute lagen die "Geißböcke" durch einen Treffer von Top-Torjäger Milivoje Novakovic gegen die harmlose Frankfurter Eintracht in Führung, doch dann nutzte Martin Fenin die einzige echte Torchance der Gäste zum glücklichen, aber nicht unverdienten Ausgleich.

"Wir müssen das Spiel ganz klar gewinnen, denn wir haben lange Zeit 1:0 geführt", redete Kölns Linksverteidiger Miso Brecko Klartext.

"Es kann nicht wahr sein, dass wir noch das 1:1 kriegen. Das ist eine Katastrophe für uns", jammerte der Slowene. "Frankfurt war nicht gut - bis auf die eine Chance, als das 1:1 fällt. Das darf nicht passieren."

"Enttäuschung ist groß"

Ähnlich sah das auch sein Mitspieler Marvin Matip, der für Thomas Broich in die Startelf gerutscht war.

"Die Enttäuschung ist sehr groß", gab der 22-Jährige zu.

"Frankfurt hatte das ganze Spiel über nur ein bis zwei Torchancen - und eine davon haben sie genutzt."

Daum zufrieden

Dass es nach der 1:2-Niederlage am ersten Spieltag in Wolfsburg, als die Kölner ebenfalls mit 1:0 in Führung gegangen waren, wieder nicht zum Sieg reichte, verärgerte den Trainer jedoch kaum.

"Die Mannschaft hat heute über weite Strecken überzeugt. Wir haben insgesamt eine ordentliche Leistung geboten", befand Daum.

Der 54-Jährige, der gegen Frankfurt zum 131. Mal als FC-Trainer in einem Bundesliga-Spiel an der Seitenlinie stand und damit Trainer-Legende Hennes Weisweiler als Rekordhalter (130) ablöste, hatte lediglich eines zu kritisieren.

"Es hat natürlich in der ein oder anderen Situation die letzte Durchschlagskraft gefehlt. Von der Spielanlage her war es aber ganz gut."

"Haben den Gegner gejagt"

Ähnlich wie seine Spieler betonte auch Daum, dass "Frankfurt nur eine gute Chance herausgespielt hat. Diese haben sie dann hervorragend genutzt".

Seine Mannschaft habe dagegen mutig Richtung Eintracht-Tor gespielt.

"Gerade Petit hat die Mannschaft immer wieder nach vorne gezogen", lobte Daum. "Wir haben den Gegner gejagt."

Um Ausgleich gebettelt

Bei all dem Katzenjammer über den späten Ausgleich verschwiegen die Kölner aber allesamt, dass sie um den Ausgleich förmlich gebettelt hatten.

Denn zum einen vergab Roda Antar sechs Minuten nach der überraschenden Führung nach einem ungeschickten Foul von Patrick Ochs an Sergiu Radu per Elfmeter die Vorentscheidung zum 2:0 (39.).

Zum anderen stellte der FC nach einer Stunde das Spielen ein und ließ die bis dahin harmlosen Gäste durch die eigene Passivität zurück ins Spiel finden.

Frankfurt verschläft erste Hälfte

"Das war ein Spiel, zu dem wir in der ersten Stunde nichts beigetragen haben", gab Frankfurts Trainer Friedhelm Funkel zu.

"Die erste Halbzeit war ganz schlecht, da waren wir nicht richtig im Spiel", stimmte "Spielverderber" Fenin seinem Coach zu.

Und Innenverteidiger Marco Russ, der das 0:1 durch einen Stellungsfehler verschuldet hatte, sprach von einem "sehr schlechten" ersten Durchgang. "In der zweiten Halbzeit war es dann besser. Der Ausgleich war glücklich, aber verdient."

"Nicht viele Höhepunkte"

Entsprechend erleichtert waren die Frankfurter dann auch über das Remis.

"Wenn man so ein Spiel abliefert und dann noch einen Punkt holt, dann dürfen wir schon zufrieden sein", sagte Stürmer Ioannis Amanatidis.

"Darüber hinaus gibt es nicht viele Höhepunkte, mit denen wir zufrieden sein können", fuhr der Grieche dann allerdings warnend fort.

Keine Angst vor der Zukunft

Bei den Kölnern hingegen war trotz des verschenkten Siegs von Zukunftsängsten nichts zu spüren.

"Wir können mit dieser Erfahrung, dass wir mithalten können und dass wir ein Spiel bestimmen können, im nächsten Auswärtsspiel in Karlsruhe vielleicht den kleinen Unterschied noch machen, der in den ersten beiden Spielen gefehlt hat, um als Sieger den Platz zu verlassen", begründete Daum.

"Wir sind auf einem ganz guten Weg, ich bin zuversichtlich", sagte der Jubilar mit Blick auf die Auswärtspartie in Karlsruhe und das nächste Heimspiel gegen Meister Bayern München.

"Ich glaube, dass wir in Karlsruhe gewinnen", gab sich auch Matip selbstbewusst: "Dann haben wir vier Punkte auf dem Konto und dann sollen die Bayern mal kommen."

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