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BVB-Coach Jürgen Klopp (l.) freut sich mit Torschütze Patrick Owomoyela © imago

BVB-Coach Jürgen Klopp tritt nach dem Sieg in Bochum auf die Euphoriebremse. Doch in Dortmund reifen Träume von Europa.

München - Siege allein machen Jürgen Klopp nicht glücklich.

Doch die Art und Weise, wie sich Borussia Dortmund mit dem vierten Dreier in Folge die Chance zum Sprung in die Europacup-Ränge bewahrte, lässt den BVB-Coach hoffen.

"Das war phasenweise das Beste, was ich in dieser Saison gesehen habe", meinte der 41-Jährige nach dem 2:0 (1:0) im "kleinen" Revier-Derby beim VfL Bochum (SPIELBERICHT: BVB baut Ergfolgsserie aus), dem ersten Sieg seit zehn Jahren im Stadion des westfälischen Nachbarn.

Klopp voll des Lobes

"Wir haben richtig guten Fußball gespielt, und wir wollen der Saison noch einen Stempel verpassen, was immer es auch sein wird", ergänzte Klopp, für den sich Bochum zum liebsten Bundesliga-Gegner entwickelt (fünf Siege, ein Remis).

Es sei jedoch nicht nur die Motivation, noch einen Europacup-Cup-Platz erreichen zu können, wichtiger sei, dass die Mannschaft "viele Dinge verinnerlicht" habe.

"Da ging richtig die Post ab"

Mit breiter Brust war der BVB vor 31.328 Zuschauern in der ausverkauften Bochumer Arena aufgetreten, wo er nach fünfminütigen Startproblemen das Regiment übernahm.

"Es war ein spektakuläres Derby, da ging richtig die Post ab", resümierte Klopp und konnte nach dem Abpfiff am Fernsehen nicht genug bekommen vom Traumtor von Nelson Valdez, der den Ball aus rund 25 Metern zu seinem sechsten Saisontreffer (54.) in den Torwinkel zirkelte.

Zuvor hatte Patrick Owomoyela (11.) in seinem 100. Bundesliga-Spiel mit seinem ersten Tor in der laufenden Spielzeit für die Führung gesorgt.

Gleichauf mit dem Kontrahenten

"Vor vier Wochen haben alle gesagt, dass wir im Niemandsland der Tabelle stehen. Und nun sind wir gleichauf mit Schalke Siebter", sagte Dede.

"In der Hinrunde hatten wir auch viel Pech, jetzt sind Glück und Selbstvertrauen wieder zurückgekommen."

Der Brasilianer, der auch den bis dato letzten BVB-Sieg 1999 in Bochum auf dem Rasen erlebte, sah folglich genug gute Gründe, um am Samstagabend seinen 31. Geburtstag ausgiebig zu feiern.

Bochumer Verletzungspech

Dortmund betrieb mit einer starken Vorstellung beste Werbung für das Heimspiel am kommenden Samstag gegen den Hamburger SV.

Dem VfL hingegen stehen bis zum endgültigen Klassenerhalt nach der siebten Heimniederlage schwere Wochen bevor, zumal sich Shinji Ono einen Innenbandriss im rechten Knie zuzog und für den Rest der Saison nicht mehr zur Verfügung stehen wird.

"Das wäre Nummer sieben", stellte VfL-Coach Marcel Koller mit vielen Sorgenfalten auf der Stirn fest, "doch wir wollen nicht jammern." Immerhin fünf Punkte beträgt der Abstand zu den Abstiegsplätzen.

Kämpferisch hui, spielerisch pfui

Die spielerischen Defizite wurden gegen den BVB auch für Koller offensichtlich.

"Kämpferisch, läuferisch kann ich der Mannschaft nichts vorwerfen. Doch Dortmund hat nicht viel zugelassen. Schon in der ersten Halbzeit hätte der BVB das Spiel entscheiden können", ergänzte der Schweizer.

Möglichkeiten seiner Mannschaft ergaben sich - abgesehen vom Pfostentreffer von Anthar Yahia (89.) - eher zufällig.

Konkurrenten spielen für Bochum

Für Freude sorgten bei den enttäuschen VfL-Fans am Ende allenfalls die Punktverluste der mitbedrohten Konkurrenten im Tabellenkeller.

Nach einer Hinrunde (elf Punkte), als Bochum schon totgesagt war, und einer guten Rückrunde (bisher 17 Punkte) muss Koller weiter auf die Kampfkraft seiner letzten Mohikaner setzen.

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