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Marko Marin steht seit 2006 im Profikader von Borussia Mönchengladbach © getty

Nach der Pleite gegen Frankfurt schiebt Gladbach Frust. Besonders Michael Bradley ist ratlos. Funkel hat noch Abstiegssorgen.

Frankfurt/Main - Elfmeter verschossen, die zweithöchste Auswärtspleite der Saison kassiert und reichlich Selbstvertrauen eingebüßt.

Ausgerechnet vor dem "Abstiegsgipfel" gegen Arminia Bielefeld am kommenden Sonntag herrscht bei Borussia Mönchengladbach Alarmstufe Rot.

"Wir haben wieder ein Riesending sausen lassen und dürfen uns jetzt nicht in die Tasche lügen. Derzeit spielen wir nicht so Fußball, wie wir es könnten. Aber jetzt sollten wir es bald tun", meinte Sportdirektor Max Eberl nach dem 1:4 (0:1) bei Eintracht Frankfurt mit Blick auf das "erste von einigen Endspielen" gegen die um einen Punkt besseren Arminen. (DATENCENTER: Ergebnisse)

Angesichts der schwachen Bilanz von zuletzt nur einem Punkt aus vier Spielen nahm auch Michael Bradley, der beim Stand von 0:2 mit einem Foulelfmeter an Eintracht-Keeper Markus Pröll scheiterte (65.), kein Blatt vor den Mund.

"Kämpfen ums Leben"

"Jede Woche kämpfen wir um unser Leben und immer wieder reicht es nicht. Das ist einfach bitter", haderte der US-Amerikaner, der aber nichts von Resignation im Borussen-Lager wissen wollte.

"Wenn ich jetzt in die Kabine komme, dann sehe ich da Leben und Selbstvertrauen. Das macht mich optimistisch. Denn ich weiß, wir können jeden schlagen."

Sein Trainer Hans Meyer (Trainerporträt) klang nach der 17. Saisonschlappe weniger optimistisch - eher desillusioniert (zum Spielbericht: Frankfurt holt Big Points)

Meyer von Spielern enttäuscht

"Das Resultat und die Leistung tragen nicht dazu bei, dass es für uns im Abstiegskampf leichter wird. Wir haben die Möglichkeit verpasst, etwas für unser Selbstbewusstsein zu tun", schimpfte Meyer und zeigte sich von der Vorstellung "einiger Spieler" enttäuscht.

Die Hoffnung der Borussen, die weiter auf Relegationsplatz 16 festsitzen, dürften an den noch ausstehenden sechs Spieltagen vor allem auf Marko Marin ruhen.

Der quirlige Nationalspieler, der die Gladbacher am Saisonende wohl verlassen wird, holte ausgerechnet in seiner früheren Heimat Frankfurt zwei Elfmeter heraus.

Katastrophale Abwehrfehler

Immerhin den zweiten verwandelte Kapitän Filip Daems zum 1:2-Zwischenstand (75.), doch "katastrophale Abwehrfehler" (Eberl) ließen die Frankfurter Marco Russ (80.) und Michael Fink (89.) zum Endstand erhöhen.

"Ich hatte nie das Gefühl, dass wir das Spiel irgendwann noch drehen können", meinte Eberl frustriert.

Der 20-jährige Marin, dessen Eltern noch immer in der Nähe der Bankmetropole leben und der einst in der Eintracht-Jugend kickte, gab sich nach der ersten Enttäuschung zumindest kämpferisch.

"Es ist noch alles drin. Wir haben noch immer alles in den eigenen Händen", betonte der Wirbelwind mit Blick auf die Tabelle.

"32 Zähler reichen nicht"

Die Eintracht, für die Alexander Meier (40.) sowie Nikos Liberopoulos (47.) die 2:0-Führung besorgt hatten, entledigte sich durch den fünften Heimerfolg wohl aller Abstiegssorgen und schlug wie so oft nach einer bitteren Pleite in der Vorwoche (0:4 in München) zurück.

"Das war ein wichtiger Sieg. Jetzt stehen wir in den restlichen Spielen nicht mehr so unter Druck", sagte Pröll, der sich als Vertreter für den erneut verletzten Stammkeeper Oka Nikolov (Muskelfaserriss) nicht nur wegen den parierten Elfmeters bewährte.

Frankfurts Coach Friedhelm Funkel aber wollte die bislang durchwachsene Saison der Hessen noch nicht abhaken.

"32 Zähler reichen nicht aus, um die Klasse zu halten. Wir wollen noch punkten", erklärte der Coach.

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