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Hamburgs Alex Silva (l., gegen Forssell) fehlte zuletzt mit einem Muskelfaserriss © imago

HSV-Coach Martin Jol warnt sein Team vor den auswärtsschwachen Hannoveranern. Hertha will gegen Bremen die Pleitenserie stoppen.

Von Felix Götz

München - Im UEFA-Cup und im DFB-Pokal sind der Hamburger SV und Werder Bremen Spitze, in der Liga trennen beide Mannschaften Welten (HSV und Werder zurück im Alltag).

Während der HSV gegen Hannover 96 um die Meisterschaft kämpft, geht es für die Bremer bei Hertha BSC Berlin (ab 16.30 Uhr LIVE) eigentlich nur noch um die goldene Ananas (DATENCENTER: Tabelle).

Davon wollen die verantwortlichen an der Weser allerdings trotz eines aussichtslosen zehnten Platzes nichts wissen.

"Wir wollen alle restlichen Partien in der Bundesliga gewinnen, daran ändert sich nichts", betont Manager Klaus Allofs.

"Müssen wieder punkten"

Das dürfte in Berlin schwierig werden. Die Hertha schwächelte zuletzt zwar gewaltig, will sich im Kampf um die vorderen Plätze jetzt aber zurückmelden.

"Die Situation ist klar: Wir müssen wieder punkten und zu den Dingen zurückkehren, die uns stark gemacht haben", sagte Hertha-Manager Dieter Hoeneß.

Und Trainer Lucien Favre fordert: "Wir müssen das Glück wieder provozieren."

Während UEFA-Cup- und DFB-Pokal-Halbfinal-Gegner Bremen es also zumindest theoretisch ruhiger angehen lassen könnte, will der HSV weiter auf drei Hochzeiten in vorderster Reihe tanzen.

"Wir müssen wieder kompakt stehen und jeder für den anderen laufen. Mit einer konzentrierten Leistung wollen wir unsere Heimbilanz weiter ausbauen", kennt Marcell Jansen den Weg, wie trotz Müdigkeit der benötigte Dreier gelingen kann.

Hecking stapelt tief

Für die Hannoveraner wäre bereits ein Punkt Gold wert, weil im Tabellenkeller Cottbus, Mönchengladbach und Bielefeld leer ausgingen.

96-Trainer Dieter Hecking stapelt vor der Partie gewohnt tief:

"Die Entwicklung beim HSV ist sehr positiv, dafür zolle ich Dietmar Beiersdorfer und Martin Jol großen Respekt. Ich bin mir sicher, dass sie dieses Jahr mindestens einen Titel holen werden. Wir wollen uns dort aber so teuer wie möglich verkaufen."

Sport1.de hat die Fakten zu den Sonntagsspielen zusammengefasst:

Hamburger SV - Hannover 96

Für Hannover gehört der HSV zu den Lieblingsgegnern. In 13 Partien seit dem Wiederaufstieg verloren die 96er nur zweimal.

Die Hamburger konnten keines der letzten fünf Heimspiele gegen Hannover gewinnen. Den letzten HSV-Sieg gegen die "Roten" gab es 2002/03.

Allerdings sind die Niedersachsen nach wie vor die schwächste Auswärtsmannschaft der Liga. Noch immer wartet das Team in dieser Saison auf einen Sieg in der Fremde.

Dennoch warnt HSV-Coach Martin Jol: "Die pustet man nicht einfach weg."

Mathijsen fällt aus

Der HSV muss erneut seine Abwehr umstellen. Innenverteidiger Joris Mathijsen fehlt gelbgesperrt.

Für den Niederländer könnte Alex Silva nach überstandener Muskelverletzung zurückkehren.

Gegenüber der 0:1-Niederlage in Stuttgart kehrt nach abgesessener Sperre auch Kapitän David Jarolim ins Team zurück.

Personalnot in Hannover

So geringe Personalsorgen wie der HSV hätten die Hannoveraner sicherlich auch gerne.

Neben den ohnehin verletzten Vinicius, Steven Cherundolo, Jan Schlaudraff, Michael Tarnat, Frank Fahrenhorst und Chavdar Yankov bangt Trainer Hecking auch noch um fünf weitere Spieler.

Ob Altin Lala, Jacek Krzynowek, Leon Andreasen, Hanno Balitsch und Jan Rosenthal auflaufen können, entscheidet sich erst kurzfristig.

Voraussichtliche Aufstellungen:

Hamburger SV - Hannover 96Hamburg: Rost - Boateng, Gravgaard, Alex Silva, Jansen - Jarolim, Aogo - Trochowski, Pitroipa - Guerrero, OlicHannover: Enke - Pinto, Eggimann, Christian Schulz, Rausch - Bastian Schulz, Balitsch (Krebs) - Stajner, Bruggink - Hanke, ForssellSchiedsrichter: Markus Schmidt

Hertha BSC Berlin - Werder Bremen

Werder reist sehr gerne an die Spree. Das Team von Trainer Thomas Schaaf (Trainerportrait) hat von den letzten sechs Auftritten in der Hauptstadt fünf gewonnen, eine Partie endete mit einem Remis.

Den letzten Heimsieg für die Hertha gab es gegen Bremen vor über acht Jahren (3:1). In der Vorrunde zerlegte Werder das Team von Trainer Favre mit 5:1.

Zuletzt drei Pleiten in Folge

Hertha muss den Abwärtstrend der vergangenen Wochen stoppen, wenn man noch in die Champions League will.

Nach drei Niederlagen in Folge ist das Hauptstadt-Team auf den Boden der Tatsachen zurückgekehrt.

In Kapitän Arne Friedrich (Knie-OP), Patrick Ebert (fünfte Gelbe Karte) und Andrej Voronin (Rotsperre) fehlen allerdings drei wichtige Spieler.

Dafür deutet vieles darauf hin, dass Marko Pantelic erstmals nach seiner Verletzungspause wieder in der Startelf stehen könnte.

Werder ohne Diego

Auch Werder hat einige Personalsorgen. Der unter muskulären Problemen leidende Diego fällt aus und soll durch Aaron Hunt ersetzt werden.

Im Olympiastadion fehlen zudem Nationalspieler Mesut Özil (Knieprobleme), Sebastian Boenisch (Fußprellung) und Daniel Jensen (Achillessehnen-OP).

Naldo und Petri Pasanen stehen zwar im Kader, ihr Einsatz entscheidet sich aber erst kurz vor der Partie.

Voraussichtliche Aufstellungen:

Hertha BSC Berlin - Werder BremenBerlin: Drobny - Stein, von Bergen, Simunic, Cufre - Nicu, Dardai, Kacar, Cicero - Raffael, PantelicBremen: Wiese - Fritz, Mertesacker, Naldo, Pasanen - Frings, Niemeyer - Hunt, Tziolis - Pizarro, Hugo AlmeidaSchiedsrichter: Babak Rafati

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