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Mario Gomez (l.) feiert seinen dritten Treffer in Köln © imago

Die Parallelen zu 2007 sind beim VfB nicht zu übersehen. Dennoch wehrt sich das Team gegen derartige Vergleiche.

Von Andreas Kloo

München/Köln - Experten fühlen sich an die letzte Meisterschaft erinnert und die Fans träumen bereits vom Titel.

Doch die Verantwortlichen beim VfB Stuttgart stapeln trotz des Höhenflugs tief.

"Ich schaue nicht auf die Tabelle", wehrte der Held des Spiels hinterher alle Fragen nach den Meisterschaftschancen ab.

Mit drei Toren hatte Mario Gomez die Schwaben zuvor im Alleingang zum 3:0 (1:0)-Sieg beim 1. FC Köln und seine Mannschaft vorerst auf Platz drei der Tabelle geschossen. (Spielbericht: Stuttgart dank Gomez im Titelrennen)

"Wenn wir so weitermachen ist die Champions League nicht mehr weit weg. Aber in der Kabine habe ich noch nichts von einem neuen Saisonziel gehört."

Noch gegen Wolfsburg und Bayern

Der Rückstand auf Spitzenreiter Wolfsburg beträgt weiterhin sechs und auf den FC Bayern drei Punkte.

Aber beide Teams müssen noch gegen die Stuttgarter antreten: zunächst die Wolfsburger am 9. Mai in der Mercedes-Benz-Arena.

Und am letzten Spieltag erwartet der FC Bayern dann den VfB zum großen Showdown. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Endspurt wie 2007 möglich

"Wir wollen Druck auf die Mannschaften vor uns machen. Wenn wir sie nervös machen, dann ist das natürlich gut", gab Thomas Hitzlsperger daher die Marschroute aus.

Der VfB-Kapitän weiß: seine Mannschaft hat die Möglichkeit, mit zwei Big Points den ganz großen Triumph zu erreichen, ähnlich wie 2007.

Die Parallelen sind auffällig. Damals startete der VfB am 26. Spieltag einen furiosen Endspurt mit acht Siegen in Folge. Nach dem Erfolg in Köln sind es nun vier Siege hintereinander. (Last-Minute-Schwaben auf der Überholspur)

"Natürlich kann ich mich daran noch gut erinnern. Es ist ja noch nicht so lange her", gab Sportdirektor Horst Heldt zu schränkte aber ein: "Für einen Vergleich ist es noch zu früh. Aber natürlich wollen wir jetzt in die Champions League."

Erst eine Niederlage unter Babbel

Vergleiche sind dennoch durchaus angebracht. Vor allem die bisherige Bilanz von Teamchef Markus Babbel ist meisterlich. Erst ein Spiel haben die Stuttgarter seit dessen Amtsantritt verloren, 33 von 42 möglichen Punkten geholt.

Vom großen Traum will Babbel aber nicht sprechen. "Unser Ziel ist es, dass uns keiner von hinten noch überholt und der Punkteabstand gleich bleibt."

Klappt dieses Vorhaben, wäre zumindest die Teilnahme am internationalen Geschäft gesichert. Doch dass die Stuttgarter Potenzial zu größeren Erfolgen haben, zeigten sie gegen Köln in der zweiten Hälfte.

Gomez: 18 Tore auf dem Konto

In der ersten Halbzeit tat sich das Team zwar noch schwer. Köln war die bessere Mannschaft, die Führung durch Gomez' Kopfball-Treffer ein wenig schmeichelhaft.

Aber nach einer Kabinenpredigt von Babbel legte der VfB einen Gang zu und zeigte jenen Fußball, der den Stuttgartern vor zwei Jahren den Titel einbrachte.

Gomez schloss die schnellen Gegenstöße mit seinen Saisontreffern 17 und 18 ab und zeigte sich hinterher als echter "Teamplayer":

"Jeder Stürmer schießt gerne Tore, aber heute muss ich mich bei meinen Mitspielern bedanken, die zweimal schön quer gelegt haben."

Daum macht sich keine Sorgen

Den Kölnern fehlt ein solcher Goalgetter wie Gomez momentan. Milivoje Novakovic ist nicht mehr in der Form der Vorrunde. So wartet der FC nun bereits seit dem 7. November 2008 auf einen Heimsieg.

Der Vorsprung auf den Relegationsplatz beträgt aber immer noch neun Punkte

Die Mannschaften auf den Abstiegsrängen präsentieren sich derzeit so schwach, dass sich auch Trainer Christoph Daum keine Sorgen um den Klassenerhalt macht:

"Wir werden sicher noch das ein oder andere Spiel gewinnen. Die Mannschaft profitiert jetzt einfach von dem Polster, dass sie sich erarbeitet hat."

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