vergrößernverkleinern
Josip Simunic (M.) leitete mit seinem Tor die Wende gegen Bremen ein © getty

Hertha legt wieder alte Tugenden an den Tag und dreht ein verloren geglaubtes Spiel. Doch eine "Diva" sorgt für Zündstoff.

Von Tobias Schneider und Andreas Ziepa

München - Josip Simunic, dem Mann des Spiels, fiel ein Stern vom Herzen - und er wusste, wem der Dank galt.

Der Kroate schnappte sich nach dem wichtigen 2:1-Erfolg gegen Bremen (zum Spielbericht) das Mikrofon vor der Hertha-Fankurve und rief den Anhängern zu:

"Wir haben heute nur wegen euch gewonnen. Ihr habt uns riesig unterstützt. Ich habe euch versprochen, dass wir fünf der letzten sechs Spiele gewinnen. Daran glauben wir."

Apropos Glaube: Den hatte die Hertha gegen Bremen trotz zuvor dreier Niederlagen in Folge und des 0:1-Rückstands zu keiner Zeit aufgegeben.

Trainer Lucien Favre war vom Kampfeswillen angetan und zollte seinem Team Respekt: "Mein Team hat nach der schwierigen Zeit Charakter gezeigt."

Manager Dieter Hoeneß stimmte ebenfalls in die Lobeshymnen ein: "Wir haben das gezeigt, was uns nach oben gebracht hat. Die Mannschaft hat den Sieg gewollt." Wohl wahr.

Lob an die Fans

Auch das ansonsten nicht unbedingt für seine Langatmigkeit bekannte Berliner Publikum umschmeichelte der Schweizer Trainerfuchs:

"Die Stimmung im Stadion war fantastisch. Nach drei Niederlagen so viele Zuschauer, das zeigt, es bewegt sich etwas in Berlin."

Ärger um Pantelic

Doch es hallten auch Pfiffe durch das Rund.

Es war die 61. Minute, nach einem fahrigen und lustlosen Auftritt musste Marko Pantelic vom Platz.

Keinen einzigen Torschuss feuerte die Berliner Diva, zuletzt meist Edelreservist, ab.

Nach dem Bremen-Spiel ist es umso fraglicher, ob der Serbe in Berlin noch eine Zukunft hat.

Den obligatorischen Handschlag mit Favre verweigerte Pantelic und machte bei seiner Auswechslung obendrein noch eine große Kurve um den Trainer.

Komfortable Ausgangslage

Der Ärger um Pantelic soll die Berliner Freude aber nicht trüben, schließlich befindet sich die Hertha wieder in einer komfortablen Ausgangslage:

Vier Punkte fehlen nur auf Spitzenreiter Wolfsburg, stolze sechs Zähler beträgt der Rückstand auf Platz sechs, der Europa-Cup-freien-Zone.

"Eigene Dummheit wird bestraft"

Während Hertha in der Bundesliga wieder in die Erfolgsspur zurückgefunden hat, dümpelt Bremen weiter im Niemandsland der Tabelle herum.

Der erste Auswärtssieg seit zehn Gastspielen war in Berlin eigentlich zum Greifen nah, Unkonzentriertheiten im Abschluss und ein ideenloser Auftritt nach der Halbzeitpause verhinderten aber Zählbares.

"Eigene Dummheit wird bestraft. Wir müssen den Sieg nach Hause fahren. Es ist lächerlich, dass wir das Match noch aus der Hand gegeben haben", sagte Per Mertesacker nach Spielende.

Nach der Pause musste Werder-Coach Schaaf verletzungsbedingt Aaron Hunt vom Feld nehmen.

Mit Peter Niemeyer, Frank Baumann, Alexandros Tziolis und Torsten Frings standen vier defensive Mittelfeldspieler auf dem Platz.

Zudem machte sich das Fehlen der Kreativspieler Diego und Mesut Özil eklatant bemerkbar.

Der Fokus, so scheint es, liegt in Bremen ganz auf dem DFB-Pokal und dem Uefa-Cup - in der Bundesliga ist in dieser Saison ohnehin nichts mehr zu reißen.

Zum Forum - hier mitdiskutieren!Zurück zur Startseite

teilentwitternteilenE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel