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Paul Breitner (r.) und Uli Hoeneß wurden 1974 Weltmeister in Deutschland © getty

Die Saison läuft noch und Bayern plant schon für einen neuen Anlauf in der Champions League - mit verschiedenen Ideen.

Von Mathias Frohnapfel

München - Der FC Bayern hat die Prüfung auf Europas Top-Ebene ziemlich in den Sand gesetzt.

Und nach der Champions-League-Pleite gegen Barca gibt es eine Reihe von Ansichten, wie die Münchner in der Königsklasse künftig weiter als ins Viertelfinale gelangen könnten.

Für Trainer Jürgen Klinsmann sind die Anknüpfungspunkte klar. An Top-Teams wie Barca müsse man sich orientieren und weiter aufholen, vor allem was das Spieltempo angeht.

Paul Breitner sieht das offenbar etwas anders.

Bayern mit mehr Ausländern?

"Der FC Bayern hat sich noch nie an denen orientiert. Wir machen uns in der Bundesliga grundsätzlich andere Gedanken", sagte der FCB-Vorstandsberater der "tz".

"Wir denken eher darüber nach, ob es Sinn macht, wie Arsenal oder Chelsea mit zehn oder elf Ausländern zu spielen."

Auch wenn man beispielsweise mit vier Angreifern in die Saison gegangen wäre, hätte es einen Aufschrei gegeben, erklärt Breitner in Bezug auf die Sturm-Debatte.

"Jeder hätte geklagt, wieso wir Klose und Podolski noch mehr Spieler vor die Nase setzen".

"Da gibt es Einkäufe!"

Doch nun macht auch Breitner den Bayern-Fans Hoffnung auf weitere Erfolgsmeldungen vom Transfermarkt. "Da gibt es Einkäufe! Aus, basta, bumm", kündigt er an. Details verrät der Weltmeister von 1974 nicht.

Andererseits schränkt er jedoch ein: "Man kann doch nicht jedes Jahr Investitionen fordern, die der Verein nicht stemmen kann. Wie soll man denn jedes Jahr 70 Millionen Euro investieren?"

Erst am vergangenen Donnerstag haben sich Klinsmann, Breitner und Chefscout Wolfgang Dremmler zwei Stunden über die Kaderplanung für die kommende Saison unterhalten.

Geht es nach dem Trainer, sollen nach Anatolij Timoschtschuk, Ivica Olic und Alexander Baumjohann noch weitere Zugänge mit Top-Niveau geholt werden.

Riesenlob für Benaglio

Ein Spieler, den die Münchner ins Auge gefasst haben, dürfte Wolfsburgs Diego Benaglio sein.

"Wertfrei ist Benaglio in dieser Saison der beste Torwart der Liga", meinte Breitner, schränkt aber im gleichen Moment ein: "Das hat aber überhaupt nichts damit zu tun, was beim FC Bayern los ist."

Die aktuelle neue Nummer eins in München, Jörg Butt, hat indes keinerlei Lust, über seine Situation in der neuen Saison zu spekulieren.

Stattdessen spricht Butt (Porträt) lieber über den Endspurt um die Meisterschale. "Wir haben noch alle Möglichkeiten, Deutscher Meister zu werden", spornte er im "Blickpunkt Sport" seine Kollegen an.

Butt für Verstärkungen - Klose für Entwicklung im Kader

Seine Motivation: "Ich kenne die Feier auf dem Marienplatz nur aus Erzählungen, in diesem Jahr will ich das selber mal miterleben."

Für ein erfolgreicheres Abschneiden in der Champions League, gesteht auch Butt, müsse der Kader "in der Breite sicherlich" stärker werden.

Auch Miroslav Klose plädiert für "zwei, drei neue Spieler".

Allerdings gab der verletzte Nationalspieler auch zu bedenken, dass man "jungen Spielern auch mal zwei Jahre Zeit geben sollte sich zu entwickeln".

Paradebeispiel sei Jose Ernesto Sosa und dessen qualitativer Sprung in den vergangenen Partien.

Nicht schon wieder Zweiter

Butt will indes am Ende der Saison endlich eine Trophäe in Händen halten.

Bisher musste er sich in seiner Laufbahn mit zweiten Plätzen begnügen: 2002 wurde er Vize-Weltmeister, nachdem er zuvor mit Leverkusen Vizemeister, Vize-Pokalsieger und Vize-Champions-League-Sieger geworden war.

Wie das übrige Team hofft Butt daher auf einen Ausrutscher von Spitzenreiter VfL Wolfsburg in den ausstehenden sechs Meisterschaftspartien.

Dass die Titel-Entscheidung auch im Kopf fällt, hat der Keeper längst verinnerlich. "Erst hieß es, wir hätten das schwerere Restprogramm, jetzt sind es auf einmal die Wolfsburger", schildert er seine Beobachtung.

"Bayern wird Meister"

Einig ist sich Butt mit Breitner, was die Titelchancen angeht.

"Es geht darum, jedes Spiel zu gewinnen und nicht nach Wolfsburg und Hamburg zu schielen", mahnt Breitner, und legt sich fest:

"So lange ich lebe, werden Sie von mir hören: Der FC Bayern wird Meister."

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