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Treffsicher: Artur Wichniarek hat in dieser Saison bereits drei Tore erzielt © imago

Artur Wichniareks Torejagd für Arminia Bielefeld geht auch in dieser Saison weiter. Etwas hat sich aber verändert.

Von Jessica Pulter

Ein Mann vieler Worte ist Artur Wichniarek eigentlich nie gewesen. Der Stürmer von Arminia Bielefeld sprach nach einem Spiel nicht gerne mit den Medien, feierte seine Tore lieber ausgelassen mit den Fans in und vor allem vor dem Stadion, wo er sich viel Zeit für Fotos und Autogramme nahm.

Das war noch vor wenigen Monaten, mittlerweile bekommen die Fans auf dem Platz einen anderen "König Artur" zu sehen.

Tore schießt der von den Arminia Anhängern zum Regenten in der SchücoArena auf der Alm auserkorene Wichniarek immer noch - und das am laufenden Band.

Torjubel ist leiser geworden

Alle drei Saisontore gehen auf sein Konto, dazu kommt ein Treffer im DFB-Pokal gegen Durlach.

Auch Interviews gibt er mittlerweile regelmäßig, nur sein Torjubel ist sehr viel leiser geworden.

Wichniareks Blick und Arme gehen gen Himmel, seine Mitspieler lassen ihm einen Moment, bevor sie zum Gratulieren kommen.

Jedes Tor widmet der Stürmer seiner vor wenigen Wochen verstorbenen Mutter Miroslava.

Treffer beim Ex-Klub

"Das wird noch eine Weile so sein", meint Wichniarek selbst, für den die Familie einen großen Stellenwert hat. Unterstützung erfährt der Pole in dieser schwierigen Situation auch von seinem Verein, der ihm den nötigen Halt gibt.

Da passt es auch ins Bild, dass Wichniarek mit seinem letzten Treffer zum 1:1-Endstand am vergangenen Wochenende bei Hertha BSC ausgerechnet dem Klub den Dreier vermieste, bei dem er zweieineinhalb Jahre diese Unterstützung nicht erfuhr.

Kein Glück in der Hauptstadt

Der Stürmer begann 1999 seine Profi-Karriere bei Arminia, wechselte dann 2003 zum Hauptstadtklub, wo er aber nie richtig Fuß fassen konnte.

Vier Tore in 44 Spielen - für beide Seiten zu wenig, so dass Wichniarek im Januar 2006 zurück zum DSC ging, wo er in den letzten beiden Spielzeiten mit jeweils zehn Toren mithalf, einen Abstieg zu vermeiden. Das soll auch das Ziel für diese Saison sein, und der Stürmer trägt mit seinen drei Toren bislang eindrucksvoll dazu bei.

Bielefelds Rekordhalter

"Artur ist momentan in sehr guter Verfassung und spielt auch sehr mannschaftsdienlich", lobt ihn Trainer Michael Frontzeck.

Wichniarek ist der Toptorschütze der Bielefelder in der Bundesliga (35), letzte Saison löste er Frank Pagelsdorf in dieser Statistik ab.

Dementsprechend beliebt ist er bei den DSC-Anhängern, die anscheinend gerne in einer Monarchie leben.

Denn in Bielefeld gibt es noch einen König. Er spielt für die Arminia.

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