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Hamit Altintop (l.) und Rafinha spielten von 2005 bis 2007 gemeinsam bei Schalke © getty

Beim Schalker Gastspiel in München kommt es zum Duell der Altintops. Bayerns Hamit freut sich auf den Bruder und Rafinha.

Über den FC Bayern berichtet Christian Stüwe

München - Ein Bruderduell auf dem Fußballplatz hat immer etwas ganz Besonderes.

Handelt es sich um eineiige Zwillinge wird der Vergleich noch interessanter.

So wird es am Samstag sein, wenn Bayerns Hamit Altintop auf Schalkes Halil Altintop (ab 15 Uhr LIVE) trifft.

Die Beziehung der beiden 26-Jährigen ist auch nach der Trennung vor zwei Jahren weiter eng.

Auch Kontakt zu Rafinha

"Wir telefonieren jeden Tag", sagte der Bayern-Spieler. Doch die Gespräche drehen sich scheinbar nicht nur um familieninterne Dinge.

Auch der Schalker Rechtsverteidiger Rafinha nutzt anscheinend gerne einmal den heißen Draht zum Rekordmeister.

"Wenn er bei unseren Telefonaten in der Nähe ist, ruft er manchmal etwas rein", sagt Altintop über den Brasilianer: "Er kann mittlerweile gut deutsch und versteht alles."

Soweit wäre das noch nichts Besonderes, wenn nicht Rafinha als ein ganz heißer Kandidat für die rechte Außenbahn der Bayern gehandelt würde (Bayern mit Rafinha einig?).

Schon Einigkeit über Wechsel?

Die "Abendzeitung" berief sich auf Informationen aus dem Schalker Aufsichtsrat und berichtete, dass Rafinha und Bayern bereits Einigkeit erzielt hätten (93065DIASHOW: Die Baustellen des FC Bayern).

Hamit Altintop hätte wohl nichts dagegen, in der kommenden Spielzeit das gleiche Trikot wie Rafinha überzustreifen.

"Er ist ein positiver Junger mit guten Qualitäten", lobt der türkische Nationalspieler.

"Heutzutage ist es im modernen Fußball gefragt, dass Außenverteidiger auch in der Offensive gute Aktionen haben und gescheite Flanken schlagen", so Altintop weiter.

Dementis von allen Seiten

Auf Schalker Seite wird allerdings heftig dementiert. "Die Spekulationen entbehren jeder Grundlage", sagte Aufsichtsratchef Clemens Tönnies dem "Express".

"Es gibt keine Anfrage aus München, nicht mal einen losen Kontakt, einfach nichts", so Tönnies: "Von einer Einigung zu sprechen, ist abenteuerlich. Und wir sind gar nicht interessiert, einen Leistungsträger wie Rafinha abzugeben."

Auch Rafinhas Berater Leo Scheinkmann verwies einen möglichen Rafinha-Wechsel gegenüber Sport1.de ins Reich der Gerüchte.

Bayern-Manager Uli Hoeneß verneinte ebenfalls ein etwaiges Interesse an Rafinha und erteilte auch gleich allen Interessenten an Franck Ribery eine pauschale Absage: "Wir haben überhaupt keine Absicht ihn zu verkaufen."

"Bayern hat immer gute Chancen"

Doch ebenso nachvollziehbar wie ein Verbleib Ribery wäre aus Bayern-Sicht angesichst der notorischen Probleme rechts hinten ein Einkauf Rafinhas, und die Schalker müssen bekanntlich aus finanziellen Gründen ihren Kader ausdünnen.

Hamit Altintop sieht die Dinge in Sachen Rafinha daher optimistisch: "Wenn der FC Bayern einen Spieler aus der Bundesliga will, hat er immer gute Chancen, den auch zu bekommen."

Am Samstag aber wird die Freundschaft für 90 Minuten ruhen, denn dann gibt empfangen die Münchner Schalke zum nächsten "Endspiel" um die Meisterschaft.

"Am Ende wird es für die Schale reichen", ist sich Altintop sicher: "Und dann sollten wir zufrieden sein."

Durch Halil bestens informiert

Doch dafür ist ein Sieg gegen das Team von Bruder Halil von Nöten. Hamit ist durch die familieninterne Bande bestens über den Gegner informiert.

"Die sind sehr gut drauf, aber wir haben ein Heimspiel", sagt Altintop, der auf einen Platz in der Startelf hofft:

"Zuletzt hatte ich nur ein paar Kurzeinsätze, aber ich fühle mich gut und hoffe auf weitere Einsätze."

Himmlischer Beistand und Plauderstunde

Dann könnte er seine Bilanz gegen den Bruder weiter verbessern: Zum zwölften Mal spielen die Altintop-Zwillinge am Samstag gegeneinander, neunmal gewann bisher Hamit.

Und diesmal können die Bayern auch noch auf himmlischen Beistand bauen.

Manager Hoeneß hat die "Barmherzigen Schwestern vom heiligen Vinzenz von Paul" in die Arena eingeladen.

"Gerade in diesen Tagen vor der Schlussphase im Meisterschaftsrennen wollen wir unseren Partnern vom FC Bayern ein Zeichen der Verbundenheit geben", sagte Schwester Theodolinde.

Ob der himmlische Bestand nun hilft und wie auch immer das Spiel ausgeht, eines steht fest. Die Altintop-Brüder werden danach wieder ein wenig plaudern.

Und vielleicht geht es ja auch schon um mögliche Neuzugänge für die nächste Saison.

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