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Zvjezdan Misimovic kam zu Saisonbeginn vom 1. FC Nürnberg nach Wolfsburg © getty

VfL-Spielmacher Zvjezdan Misimovic spricht im Sport1.de-Interview über Wolfsburgs Stärke und seine Beziehung zu den Bayern.

Von Christian Stüwe

München - Grafite und Edin Dzeko sind seine Vollstrecker, er ist der, der sie in Szene setzt.

Spielmacher Zvjezdan Misimovic ist einer der wichtigsten Garanten für den Höhenflug des VfL Wolfsburg, der sich nach zehn Siegen in Folge zum Tabellenführer und zum Titelkandidaten aufgeschwungen hat - auch wenn die Erfolgserlebnisse gegen Gladbach und Leverkusen zuletzt ziemlich knapp waren.

Im Interview mit Sport1.de spricht Misimovic vor dem Spiel gegen Cottbus (So., 16.30 Uhr LIVE) über die Wolfsburger Stärke und welchen Anteil Trainer Felix Magath daran hat, seine Beziehung zu seinem Ex-Verein FC Bayern und den Zoff im Wolfsburger Training.

Sport1.de: Herr Misimovic, Ihr Handgemenge im Training mit Rodrigo Alvim hat in dieser Woche für Schlagzeilen gesorgt (Trainings-Zoff bei "Wölfen" bleibt folgenlos). Was war da los?

Zvjezdan Misimovic: Das kommt vor. Wichtig ist, dass wir den Vorfall in der Kabine schnell wieder ausgeräumt haben. Das Thema ist erledigt.

Sport1.de: Die letzten beiden Spiele gegen Gladbach und Leverkusen wurden jeweils knapp mit 2:1 gewonnen. Spricht das für oder gegen die Wolfsburger Nervenstärke?

Zvjezdan Misimovic: Ich denke, wir haben gezeigt, dass wir immer am Ende noch zulegen können. Es kommt uns entgegen, dass wir in der Schlussphase immer noch mal richtig Gas geben können. Aber wir wissen auch, dass wir so, wie wir phasenweise gespielt haben, in Zukunft nicht spielen können.

Sport1.de: Sie bewerten die engen Spiele aber grundsätzlich positiv?

Misimovic: Klar, es war wichtig, dass wir gewonnen haben. Auch wenn die Art und Weise nicht okay war.

Sport1.de: Nun wartet mit Energie Cottbus ein unangenehmer Gegner. Wie schätzen Sie das Spiel ein?

Misimovic: Cottbus spielt gegen den Abstieg und kämpft ums Überleben. Sie werden ganz klar dagegen halten, werden versuchen, uns zu bekämpfen und uns den Schneid abzukaufen. Aber wenn wir mit der richtigen Einstellung ins Spiel gehen, werden wir als Sieger vom Platz gehen.

Sport1.de: Also sind die Nerven wieder gefragt. Und die werden auch halten?

Misimovic: Auf jeden Fall.

Sport1.de: Verfolger Bayern ist in solchen Situationen dafür bekannt, auf "Psychospielchen" zu setzen. Rechnen Sie mit "Giftpfeilen" aus München?

Misimovic: Damit beschäftigen wir uns nicht. Wir schauen nur auf uns.

Sport1.de: Bei Wolfsburg scheint es so ein bisschen die Masche zu sein, die Chancen auf die Meisterschaft klein zu reden. Bleiben Sie dabei?

Misimovic: Unser Ziel ist der UEFA-Cup-Platz. Davon weichen wir nicht ab. Die Tabelle ist so eng beieinander. Es kann noch so viel passieren.

Sport1.de: Aber wehren würden Sie sich gegen die Meisterschaft nicht?

Misimovic: Wie ich schon sagte, wir reden nicht von der Meisterschaft. Wenn wir zwei oder drei Spieltage vor Schluss noch da oben stehen, dann können wir von der Meisterschaft reden. Jetzt stehen noch sechs Spiele an, es sind noch so viele Punkte zu holen.

Sport1.de: Wolfsburg spielt in der Rückrunde sehr beeindruckend. Wie erklären Sie sich diesen Aufschwung?

Misimovic: Wir haben in der Hinrunde schon zu Hause gut gespielt. Auswärts haben wir ein bisschen Pech gehabt und immer die Tore zur falschen Zeit bekommen. Wir haben es noch nicht geschafft, über 90 Minuten konstant zu spielen. In der Rückrunde klappt es zu Hause weiterhin und auswärts haben wir die nötigen Punkte eingefahren, um uns oben festzubeißen.

Sport1.de: Einen großen Anteil haben aber auch Sie, Grafite und Edin Dzeko. Es wird schon von einem "magischen Dreieck" gesprochen. Sind Grafite und Dzeko die idealen Abnehmer für ihre Vorlagen?

Misimovic: Die Zwei ergänzen sich vorne super und wissen, wo das Tor steht. Für uns hinten dran ist es leichter, sie zu bedienen. Sie setzen sich super ein.

Sport1.de: Sie sind mit 19 Torvorlagen in dieser Saison, auf dem besten Weg den Bundesliga-Rekord zu brechen. Was bedeutet Ihnen das?

Misimovic: Das ist eine schöne Nebensache. Aber in erster Linie ist wichtig, dass die Mannschaft Erfolg hat.

Sport1.de: Welchen Anteil hat Trainer Felix Magath an diesem Erfolg?

Misimovic: Der Trainer hat bisher auf jeder seiner Stationen Erfolg gehabt. Das spricht für ihn. Er hat die Mannschaft in Wolfsburg aufgebaut. Deshalb hat er auch großen Anteil am Erfolg.

Sport1.de: Magath ist als Schleifer bekannt...

Misimovic: Im Endeffekt zahlt sich das aus. Wir haben keine Verletzten und sind immer in den letzten Minuten noch in der Lage, Druck zu machen. Dadurch haben wir uns schon ein paar Punkte gesichert.

Sport1.de: Auch ihr früherer Bayern-Trainer Hermann Gerland gilt als "harter Hund". Passen solche Trainertypen besonders gut zu Ihnen?

Misimovic: Anscheinend ist das mein Schicksal. Das verfolgt mich ein wenig (lacht).

Sport1.de: Sie stammen aus der Jugend des FC Bayern (95824DIASHOW: Ex-Bayern, die Meister wurden). Was hat es Ihnen bedeutet Bayern zu schlagen? Wäre es Ihnen eine besondere Freude, die Bayern im Titelkampf abzuhängen?

Misimovic: Es ist immer etwas Besonderes gegen Bayern zu spielen. Es ist der beste Verein in Deutschland und einer der besten Klubs in Europa. Gegen so einen Klub zu gewinnen, ist natürlich etwas Besonderes.

Sport1.de: Könnten Sie sich vorstellen, irgendwann einmal nach München zurück zu kehren?

Misimovic: Um dort zu leben mit Sicherheit. Aber ich habe in Wolfsburg Vertrag bis 2012. Über andere Dinge mache ich mir keine Gedanken.

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