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Mark van Bommel (Mi.) kam 2006 aus Barcelona nach München © imago

Mark van Bommel heizt die Stimmung vor dem Spiel Bayern-Schalke an. Coach Klinsmann will aus sechs Spielen das "Maximale".

Über den FC Bayern berichtet Daniel Rathjen

München - Es war der Aufreger der Woche.

Ausnahmsweise passierte er jedoch nicht in München an der Säbener Straße.

Beim Spitzenreiter VfL Wolfsburg gerieten Zvjezdan Misimovic (Interview: "Wir können noch zulegen") und Rodrigo Alvim hart aneinander.

Auch beim FC Bayern, der am Samstag (ab 15 Uhr LIVE) den FC Schalke 04 empfängt, wurde das registriert.

Mark van Bommels Reaktion darauf: "Ich finde das gar nicht schlecht, wenn man sich auf dem Platz prügelt."

Der knallharte Bayern-Kapitän wird deutlich, droht er dem Gast aus Gelsenkirchen in der Allianz Arena also quasi mit einem Schlag ins Gesicht? 97074(Bayern-Schalke: Legendäre Duelle)

"Jeder weiß, was wir tun müssen", meint der Niederländer. Er möchte nicht falsch verstanden werden: Er beziehe das auf den Einsatzwillen.

"Wenn man - wie die Wolfsburger - mal aneinander gerät, zeigt es doch, dass da Feuer drin ist, dass die Mannschaft lebt", erklärt er.

"Stimmung überragend"

Auch wenn es im Training unter der Woche vergleichsweise beschaulich zuging in München, sagt der Kapitän: "Die Stimmung ist überragend."

Der 32-Jährige ist sich sicher: "Wenn wir in den letzten sechs Spielen 18 Punkte holen, sind wir Meister. Wolfsburg gewinnt keine 16 Spiele in Folge."

Andere Titel-Konkurrenten werden nicht beachtet: "Wir schauen nur nach oben."

So denkt auch Jürgen Klinsmann. Der Trainer will das "Maximale" und freut sich auf vier "heiße Wochen" (Bayern will kämpfen wie noch nie).

Trotz des enormen Drucks wirkt Klinsmann in diesen Tagen entspannt, die harsche Kritik nach dem Aus in der Champions League gegen den übermächtigen FC Barcelona hat der 44-Jährige offenbar gut weggesteckt.

Nimmermüde schwört der Coach auf Erfolg ein. Man habe gut trainiert, die Stimmung sei ebenfalls gut.

Man müsse nur auf sich selbst schauen und "ein Spiel nach dem anderen durchziehen". Zweifel? Keine.

Klinsmann entspannt

Auch für ihn dürfte die vergangene Woche zu den angenehmeren seiner Dienstzeit an der Isar gezählt haben.

Durch den Sieg in Bielefeld und zwei freie Tage hat sich die Aufregung beim deutschen Rekordmeister um ihn vorerst gelegt.

Doch eines ist ebenfalls klar: Schon ein Punktverlust gegen Schalke würde für neue Stürme bei den erfolgsverwöhnten Münchnern sorgen.

Ein Sieg ist also Pflicht, um im Meisterschaftsrennen und im Kampf um den eigenen Job die Chancen zu wahren. Klinsmanns Tanz auf der Rasierklinge geht weiter.

"Wir wissen alle, was Sache ist. Schalke ist wieder erstarkt und wird uns alles abverlangen", sagt der Trainer.

Ziel: Platz eins

Das Ziel ist weiterhin klar: "Wir wollen da hin, wo wir schon das ganze Jahr hinwollen: Das ist Platz eins."

Das sieht auch Vorstands-Chef Karl-Heinz Rummenigge so: "Die Tabellensituation ist klar und erlaubt nur einen Ausgang: einen Sieg!" (93065DIASHOW: Die Baustellen des FC Bayern)

"Wir haben die beste Mannschaft mit der größten Erfahrung im Titelkampf. Und bei den anderen spukt im Kopf herum, wie oft Bayern schon in letzter Sekunde Meister wurde", fügt Keeper Jörg Butt in der "Bild" noch an.

Vorerst nicht mitwirken können bei diesem Unterfangen die verletzten Miroslav Klose und Breno.

Wie Lattek 1986?

Ze Roberto, Massimo Oddo und Lukas Podolski sind dagegen wieder fit. Bei Schalke fehlt weiterhin Marcelo Bordon (alle voraussichtlichen Aufstellungen).

Um optimal vorbereitet ins Spiel zu gehen, bezog Klinsmann mit den Bayern wie vor dem 4:0 gegen Frankfurt früher als üblich Quartier im Mannschaftshotel.

In Einzelgesprächen will der Coach sein Team auf ein denkbares Unternehmen einschwören, das bislang nur Udo Lattek 1986 gelang.

Damals waren die Bayern die gesamte Saison über in der Verfolgerrolle, nur eben am letzten Spieltag nicht. Da standen sie auf Platz eins.

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