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SAP-Gründer Hopp wurde zum Sport-Manager des Jahres 2008 gewählt © imago

Nach heftigen Verbal-Attacken macht sich Hoffenheims Mäzen Hopp künftig rar. Die Lust an seinem Projekt vergeht ihm aber nicht.

Hoffenheim - Mit dem Aufstieg von 1899 Hoffenheim in die Bundesliga erfüllte sich Dietmar Hopp einen Lebenstraum, doch die Anfeindungen seitens gegnerischer Fans bereiten dem Mäzen bereits nach dem zweiten Spieltag schlaflose Nächte.

"Ich fahre nur noch zu Auswärtsspielen, wo ich sicher sein kann, dass ich nicht gefährdet bin. Die Leute sind einfach neidisch, dass ihr Klub nicht so einen Gönner hat", sagte Hopp der "Bild".

Am vergangenen Samstag war er von Anhängern von Borussia Mönchengladbach auf das Übelste beschimpft worden.

"Sohn einer Hure" hatten die so genannten Gladbacher Fans bei der 0:1-Niederlage gegen Überraschungs-Tabellenführer Hoffenheim in Mannheim skandiert und damit sowohl beim Deutschen Fußball-Bund als auch beim Präsidium der Borussia für Empörung gesorgt.

"Das Gegenteil von Abramowitsch"

DFB-Präsident Theo Zwanziger, der als Gladbacher Ehrenmitglied im Mannheimer Carl-Benz-Stadion direkt neben Hopp saß und die Anfeindungen aus nächster Nähe mitbekam, stärkte dem SAP-Gründer bereits direkt nach Spielschluss demonstrativ den Rücken: "Man rückt ihn in ein völlig falsches Bild. Dietmar Hopp ist genau das Gegenteil von Abramowitsch."

Anschließend sah sich dann auch Borussia-Boss Rolf Königs gezwungen, das Verhalten der eigenen Fans zu missbilligen.

"Dieses Verhalten war peinlich und beschämend und wirft ein schlechtes Licht auf unseren Verein", sagte Königs. Auf der vereinseigenen Homepage wurden die pöbelnden Zuschauer als "Kleingeister" und "Idioten" bezeichnet.

Heftige Verbal-Attacken

Bereits im vergangenen Zweitliga-Jahr war es bei Auswärtsreisen des Dorfklubs immer wieder zu heftigen Verbal-Attacken gegen Hopp gekommen.

Nun hegt der 68-Jährige Bedenken, dass es in Zukunft auch zu Handgreiflichkeiten kommen könnte.

"In Augsburg haben mich mal drei Typen aus kurzer Distanz angeschrien: 'Scheiß SAP!' Das muss ich nicht mehr haben. Bevor ich ein blaues Auge riskiere, spare ich mir solche Fahrten lieber", erklärte Hopp.

"Lust habe ich sowieso"

Dass der Milliardär aufgrund der anhaltenden Missgunst von außen die Lust am "Projekt Hoffenheim" verlieren könnte, darüber müssen sich die Hoffenheimer Fans aber dennoch keine Sorgen machen.

"Blödsinn, nicht der Diskussion wert. Lust habe ich sowieso. Würde ich die verlieren, wäre das Kamikaze, weil ich eine Menge Geld in Stadion und Trainingszentrum investiert habe", meinte Hopp, der sich als Investor "in kurzer Zeit" Mieteinnahmen aus Trainingszentrum und Stadion erhofft.

Geld für neue Investitionen

Dieser "positive Cashflow", wie Hopp ihn nennt, soll aber gleich wieder in das Team von Trainer Ralf Rangnick investiert werden. Denn nach dem Sprung an die Tabellenspitze hat Hopp die Qualifikation für das internationale Geschäft zumindest im Hinterkopf.

"Irgendwann ist es schon ein Traum, international zu spielen. Aber unser Ziel ist jetzt, uns in der Liga zu etablieren", sagte der Sport-Manager des Jahres 2008.

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