vergrößernverkleinern
Diego gewann mit Brasilien die Bronzemedaille in Peking © getty

Die kurze Stippvisite bei seinem Arbeitgeber nutzte Diego gleich zur Kampfansage an die Konkurrenz.

Bremen - "Ich will deutscher Meister werden. Wenn wir vom Verletzungspech verschont bleiben, haben wir gute Chancen, dies auch zu erreichen", sagte der brasilianische Spielmacher von Werder Bremen, nachdem er am Dienstagvormittag die erste Übungseinheit bei den Hanseaten mit der olympischen Bronzemedaille im Gepäck absolviert hatte.

Schon Anfang der kommenden Woche muss Werder-Trainer Thomas Schaaf allerdings wieder auf seinen Star verzichten. Die Selecao und der Rahmenterminkalender der FIFA verlangen ihr Recht.

Diego steht im brasilianischen Aufgebot für die beiden WM-Qualifikationsspiele am 7. September in Santiago gegen Chile und drei Tage später in Rio de Janeiro gegen Bolivien. Vor "Miles an More" verspricht Diego jedoch zunächst auch im Werder-Trikot wieder Tore und Tricks.

"Ich bin in einem perfekten Fitnesszustand und glücklich darüber, dass ich wieder in Bremen bin", meinte der 23-Jährige und fügte mit Blick auf die nächste Bundesliga-Partie bei Aufsteiger Borussia Mönchengladbach hinzu: "Mit einem Erfolg am Samstag können wir eine Siegesserie starten."

Allofs ist froh

Ohne Diego sprang für Werder in den ersten beiden Saisonspielen nur jeweils ein Unentschieden bei Arminia Bielefeld (2:2) und gegen Schalke 04 (1:1) heraus. Der Bronzemedaillengewinner soll nun zum Bremer Silberstreif werden.

"Wir sind froh, dass Diego wieder hier ist. Er nimmt bei uns eine ganz wichtige Rolle ein. Mit ihm haben wir noch mehr Möglichkeiten", erklärte Werder-Sportdirektor Klaus Allofs und gab sich nach dem Hickhack zwischen den Bremern, der FIFA und dem brasilianischen Fußball-Verband CBF um die Olympia-Freigabe Diegos versöhnlich.

"Das Ganze ist abgehakt. Diego ist unverletzt zurückgekommen und hat eine Medaille gewonnen. Jetzt konzentrieren wir uns auf die Saison."

Neuer Kuschelkurs

Werder hatte gegen eine vermeintliche Abstellungspflicht seines Profis vor dem Internationalen Sportgerichtshof CAS geklagt und Recht bekommen.

Nachdem durch Vermittlung des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) allerdings der Versicherungsschutz Diegos gewährleistet werden konnte, durfte der Brasilianer das Turnier zu Ende spielen.

"Ich bin Werder nicht nur dafür dankbar, dass sie mich nach Peking gelassen haben, sondern auch für alles andere, das der Verein für mich getan hat", meinte Diego und schwenkte von dem vor dem olympischen Turnier eingenommenen Konfrontations- zum Kuschelkurs um: "Ich bin in Bremen seit dem ersten Tag glücklich und werde immer alles für den Verein geben."

Gegen den Jetlag

Durch den Medaillengewinn und die erneute Nominierung für die Selecao sieht Diego auch die Ziele seiner Olympia-Teilnahme erfüllt. "Wir haben zwar kein Gold geholt, aber mein Fazit fällt positiv aus. Da ich erneut im Nationalmannschaftskader stehe, sehe ich, dass meine Leistungen anerkannt werden."

Was den Mittelfeldspieler freut, könnte für Werder allerdings wieder zu Problemen führen. Nach den Spielen in Chile und gegen Bolivien steht Diego seinem Verein wohl nur rund einen Tag vor der übernächsten Bundesliga-Partie gegen Energie Cottbus am 13. September wieder zur Verfügung.

"Das wird nicht kompliziert. Natürlich wäre es schöner, wenn Diego durchpusten könnte, aber wir können es nicht ändern", meinte Allofs und Diego versprach: "Auf meine Leistung wird das keinen Einfluss haben."

teilentwitternE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel