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Unter Felix Magath (l.) gewann Oliver Kahn in den Jahren 2005 und 2006 das "Double" © imago

Während Klinsmann weiter im Amt ist, schaut die Liga zum Wolfsburger Spiel in Cottbus. Oliver Kahn setzt aber weiter auf den FCB.

Von Conny Konzack und Daniel Rathjen

München - Am Tag nach dem Debakel herrschte Dienst nach Vorschrift an der Säbener Straße.

Allen Gerüchten zum Trotz leitete Jürgen Klinsmann vor rund 1000 Fans das 20-minütige Regenerationstraining der Stammspieler.

Dennoch wird die Luft für den Trainer nach der 0:1-Heimpleite gegen Schalke immer dünner. (zum Nachbericht: Ohne Hirn und Chancen auf den Titel)

Noch enger könnte es bei einem Sieg von Tabellenführer VfL Wolfsburg heute bei Energie Cottbus (ab 16.30 Uhr LIVE) werden, denn dann hätte das Team von Felix Magath schon sechs Punkte Vorsprung auf die Münchner.

"Kaiser" und Kahn: Bei Sieg ist Wolfsburg durch

"Wenn die Wolfsburger die drei Punkte holen, können wir ihnen zur Meisterschaft gratulieren", meinte bereits Bayern-Präsident Franz Beckenbauer.

Auch für Oliver Kahn wird die Partie in der Lausitz zum Schlüsselspiel im Titelkampf. "Und Bayern wird doch noch Meister", sagte der Ex-FCB-Kapitän allerdings am Rande eines Golfturniers in Bad Griesbach.

Auf Nachfrage von Sport1.de schränkte der "Titan" jedoch ein: "Nur, wenn Wolfsburg nicht in Cottbus gewinnt."

Doch Kahn hat die Hoffnung auf eine Verteidigung des Titels, den er im vergangenen Sommer zum Abschluss seiner Karriere feierte, noch nicht aufgegeben.

"Ich glaube an einen Sieg der Cottbusser, denn die kämpfen ums schiere Überleben", sagte der 39-Jährige.

Unzufrieden mit Saisonverlauf

Gleichzeitig konnte er seine Unzufriedenheit über die enttäuschende Saison des Rekordmeisters kaum verbergen.

"Das ist doch klar bei diesen Entscheidungen, die getroffen wurden", meinte Kahn.

Ins Detail wollte er dann aber nicht gehen: "Ich möchte das Ganze nicht kommentieren. Ich bin ja nur ein Ex-Spieler und gehöre nicht mehr dazu."

Zwischen den Zeilen kann man aber deutlich heraushören, dass der ehemalige Nationalkeeper mit der Entwicklung unter Klinsmann alles andere als zufrieden ist.

Dem Duell zwischen Wolfsburg und Cottbus könnte also richtungweisend für den Titelkampf sein.

Sport1.de hat die Fakten zum Spiel der Wolfsburger in Cottbus und zum Kellerduell zwischen Mönchengladbach und Bielefeld zusammengefasst.

Energie Cottbus - VfL Wolfsburg

Die Vorzeichen sind klar: In bislang elf Duellen konnte sich Cottbus nur ein einziges Mal gegen die "Wölfe" durchsetzen.

Sechs Mal setzte es eine Niederlage, vier Partien endeten Remis.

In der abgelaufenen Saison entschied Wolfsburg beide Spiele für sich - der 2:1-Erfolg in der Hinrunde bedeutete das Aus für Energie-Coach Petrik Sander.

Mit zehn Siegen in Folge haben die "Wölfe" einen beängstigenden Lauf. Ein elfter Dreier würde einen neuen Bundesliga-Rekord bedeuten.

"Ich bin zuversichtlich, dass wir auch in Cottbus gewinnen können. Ich erwarte eine sehr kampfbetonte Partie, in der wir dagegenhalten müssen. Machen wir das nicht, wird es ein sehr schweres Spiel für uns", meint Magath.

Aber: Von den bisher 10 eingefahrenen Punkten in der Rückrunde holte Cottbus neun Zähler vor heimischer Kulisse.

Bei den Lausitzern hat sich das Lazarett deutlich gelichtet: Timo Rost, Daniel Ziebig, Gerhard Tremmel und Stanislav Angelov trainierten wieder mit. Auch Stiven Rivic ist wieder im Training.

Bei Wolfsburg fehlt lediglich Innenverteidiger Ricardo Costa (Knöchelverletzung).

Voraussichtliche Aufstellungen:

Energie Cottbus: Tremmel - Radeljic, Kukielka, Cagdas, Ziebig - Rost - S. Angelov, Skela, Iliev - Rangelov, JulaVfL Wolfsburg: Benaglio - Pekarik, Simunek, Barzagli, Schäfer - Josue - Riether, Gentner - Misimovic - Grafite, Dzeko

Borussia Mönchengladbach - Arminia Bielefeld

Wer schafft den Befreiungsschlag im Tabellenkeller? Mit einem Sieg würde Gladbach (16., 23 Punkte) die Abstiegsränge verlassen und an Bielefeld (15., 24 Punkte) vorbeiziehen.

Der Blick in die Statistik dürfte den Arminen wenig Freude bereiten. Die letzten sechs Duelle gegen die "Fohlen" gingen allesamt verloren - und zwar zu Null!

Beide Mannschaften befinden sich derzeit in einer Formkrise: Bielefeld verlor die letzten vier Partien, Gladbach holte aus dieser Anzahl an Spielen zumindest einen Zähler.

Ausgerechnet Top-Torjäger Artur Wichniarek fehlt den Arminen an allen Ecken und Enden. Zwar ist der Pole wieder ins Training eingestiegen, Coach Michael Frontzeck dämpft aber die Erwartungen: "Es ist sehr unwahrscheinlich, dass Artur spielen wird."

Jonas Kamper hat nach langer Abstinenz erstmals wieder mit der Mannschaft trainiert, doch auch für den Dänen kommt ein Einsatz noch zu früh.

Nicht nur in Bielefeld, auch bei Gladbach ist der Top-Torschütze zum Zuschauen gezwungen. Die Hoffnungen auf einen Einsatz von Rob Friend, der an der Ferse operiert wurde, haben sich schnell zerschlagen.

Obendrein fehlen Gal Alberman (Knochenhautreizung) und Steve Gohouri (Außenbandriss im Sprunggelenk).

Voraussichtliche Aufstellungen:

Borussia Mönchengladbach: Bailly - Stalteri, Brouwers, Dante, Daems - Bradley, Galasek, Baumjohann - Matmour, Marin - ColauttiArminia Bielefeld: Eilhoff - Lamey, Mijatovic, Bollmann, Schuler - Kauf, Marx - Katongo, Tesche, Munteanu - Wichniarek

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