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Große Erleichterung nach dem wichtigen Sieg: Andreasen, Bruggink und Enke (v.l.) © getty

Während Hannover nach dem großen Schritt in Richtung Klassenerhalt durchatmet, geht die Tristesse beim 1. FC Köln weiter.

Hannover - Nach dem Abpfiff reisten sie mit gleichem Punktekonto durch verschiedene Gefühlswelten.

Während die Profis von Hannover 96 im Anschluss an den 2:1 (2:0)-Erfolg gegen den 1. FC Köln schon den fast sicheren Klassenerhalt in der Bundesliga zu feiern schienen, ließ der Gegner aus dem Rheinland einmal mehr die Köpfe hängen.

Jeweils 32 Zähler stehen für beide Teams jetzt zu Buche. Für die Niedersachsen ist diese Punktzahl ein Grund zur Freude, für die Kölner nicht.

Nach vier Pleiten in Folge kam beim FC schon seit einem Monat kein weiterer Punkt mehr hinzu. So ganz ist man dem Abstiegskampf noch nicht entronnen.

Hoffnung durch zweite Halbzeit

"Wir können nicht leichtfertig sagen, dass uns nichts mehr passieren wird. Man hat schon Pferde vor der Apotheke kotzen sehen. Aber ich habe keine Bedenken. Wir sind auf diese Situation vorbereitet", meinte FC-Manager Michael Meier.

Vor allem durch eine schwache Vorstellung in der ersten Halbzeit hatten die Kölner die Partie in Hannover abgegeben. Folgerichtig hielten sich Meier und Trainer Christoph Daum an der Leistungssteigerung im zweiten Durchgang fest.

"Über die erste Halbzeit möchte ich am liebsten gar nicht reden. Da hat die Einstellung nicht gestimmt. Wir waren nicht wach und konzentriert genug", sagte Daum, der seine Mannschaft in einem Kurz-Trainingslager in Marienfeld auf die Partie vorbereitet hatte.

"Ich warte darauf, dass mal jemand mit Wut in ein Spiel hereingeht und eine Reaktion zeigt. Das kann Kräfte freisetzen. Sonst plätschert alles so dahin."

Zwei Gelbsperren

Tatsächlich war das Spiel der Gäste vor dem Seitenwechsel alles andere als mitreißend.

Leon Andreasen sorgte vor 47.208 Zuschauern mit seinen ersten beiden Toren im 96-Trikot (19. und 32.) für Hannovers 2:0-Führung.

Die Kölner, die am kommenden Sonntag gegen Werder Bremen auch noch auf die gelb-gesperrten Petit und Pedro Geromel verzichten müssen, kamen durch das 15. Saisontor von Milivoje Novakovic zwar noch einmal heran (47.), für mehr reichte es aber erneut nicht.

Durchatmen in Hannover

96 hingegen blieb zu Hause zum elften Mal in Folge unbesiegt und pustete nach einem bisher insgesamt verkorksten Verlauf der Spielzeit erst einmal kräftig durch.

"Wir haben ganz entscheidende Schritte in Richtung Klassenerhalt gemacht. Die Mannschaft hat dem Druck standgehalten. Dafür muss ich ihr ein großes Kompliment machen", meinte 96-Coach Dieter Hecking.

Nationalkeeper Robert Enke ergänzte: "Wir sind zwar noch nicht ganz durch, aber wir haben die Konkurrenz unter Druck gesetzt. Jetzt haben wir über 30 Punkte. Das ist auch psychologisch wichtig."

Schulz macht Löw auf sich aufmerksam

Auszeichnen konnte sich der Schlussmann unter den Augen von Bundestrainer Joachim Löw aus Mangel an Gelegenheiten aber nur selten.

Angesichts der Absagenflut für die DFB-Asienreise im Anschluss an die Saison konnte in Christian Schulz aber ein anderer Hannoveraner auf sich aufmerksam machen. Der zum Innenverteidiger umfunktionierte defensive Mittelfeldspieler überzeugte mit einer starken Leistung.

"Es hat noch keinen Kontakt zum Bundestrainer gegeben. Aber es ist schön, wenn man wieder in den Kreis der Nationalmannschaft hereinspekuliert wird", sagte der 26-Jährige, der im Februar 2005 sein letztes von bislang drei Länderspielen absolvierte.

"Ich lasse alles auf mich zukommen. Auf meiner jetzigen Position habe ich sicherlich mehr Möglichkeiten. Die Asienreise wäre eine schöne Sache."

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