Die Bundesliga ist spannend wie nie, doch das liegt vor allem an der fehlenden Konstanz. Daher bleibt auch Bayern im Titelrennen.

Eins muss man der Bundesliga lassen: Sie ist spannend wie nie zuvor in ihrer 46-jährigen Geschichte.

Denn praktisch kein Wochenende vergeht, ohne dass die Top-Teams patzen.

Und so ist Hertha BSC, vor knapp zwei Wochen nach drei Niederlagen in Folge schon abgeschrieben, plötzlich der große Gewinner des 29. Spieltags und als Tabellenzweiter wieder mittendrin im Titelkampf.

Die Tatsache, dass noch fünf Mannschaften Meister werden können, ist daher keineswegs Beleg für die Stärke der Liga.

Im Gegenteil: Mit ein wenig Konstanz könnten Klubs wie Hertha BSC oder der HSV schon längst mit großem Vorsprung an der Tabellenspitze stehen.

Und auch die Wolfsburger vergaben am Sonntag mit der Pleite bei Kellerkind die Cottbus die Riesenchance, sich abzusetzen.

Die fehlende Klasse zeigt sich exemplarisch bei Herbstmeister Hoffenheim und Leverkusen.

Beide wurden in der Hinserie als Titelkandidaten gehandelt, nach ihrem unglaublichen Absturz nach der Winterpause sind die Euopacup-Plätze in weiter Ferne.

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Die Gegenbeispiele sind Stuttgart und trotz der ersten Niederlage nach zuvor zehn Siegen in Folge Wolfsburg: Als Neunter und Zehnter nach der Vorrunde abgeschlagen, nun als Erster und Vierter heiße Anwärter auf die Schale.

Allerdings könnte nun auch den "Wölfen" der lange erwartete Einbruch drohen, wie zuvor schon bei Hertha, Hoffenheim und Leverkusen.

Und auch beim VfB Stuttgart rechnen selbst Spieler und Verantwortliche mit dem baldigen Ende der Erfolgsserie.

Da auch dem HSV auf der Zielgeraden offenbar die Luft ausgeht, bleibt der FC Bayern trotz einer enttäuschenden Saison auch nach dem 0:1 gegen Schalke im Rennen.

Die Schwäche der Rivalen hält die Hoffnungen des Rekordmeisters am Leben, und vor allem Jürgen Klinsmann profitiert davon.

Wohl selten in der Vergangenheit hat der FCB so lange an einem Trainer mit einer ähnlich verheerenden Bilanz festgehalten. Doch so lange zumindest die direkte Teilnahme an der Champions League drin ist, sieht die Führung keinen Handlungszwang.

Einmal mehr wird deutlich, dass in München nur die Resultate zählen. Denn sonst müsste Klinsmann schon längst gefeuert sein - oder er müsste trotz aller Tiefschläge die volle Rückendeckung besitzen, weil man von seiner Arbeit überzeugt ist.

Stattdessen hangeln sich Trainer, Vorstand und Team von Spiel zu Spiel und hoffen noch auf eine glückliche Wende.

Sollten Klinsmann und die Bayern-Führung aber glauben, mit einer durch die Patzer der Rivalen errungenen Last-Minute-Meisterschaft wäre alles wieder gut, verkennen sie die Realitäten.

Fans und Umfeld haben nicht erst seit der Niederlage gegen Schalke bereits ein eindeutiges Urteil über die Arbeit des Ex-Bundestrainers gesprochen.

Eine gemeinsame Zukunft ist auf dieser Basis höchst unwahrscheinlich.

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