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Bernd Hoffmann ist seit 2003 Vorstandsvorsitzender beim Hamburger SV © getty

Im DSF-Doppelpass gibt sich HSV-Vorstandsvorsitzender Bernd Hoffmann gelassen. Olaf Thon erklärt seinen Rückzug bei Schalke 04.

München - Dem Hamburger SV geht im Saison-Endspurt offenbar die Puste aus.

Nach dem K.o. im Pokal-Halbfinale gegen Werder Bremen mussten die Hanseaten auch im Kampf um die Meisterschaft einen herben Dämpfer hinnehmen.

Doch trotz der 0:2-Niederlage bei Borussia Dortmund zeigte sich HSV-Boss Bernd Hoffmann im DSF-Doppelpass überaus gelassen.

Zudem nahm Olaf Thon Stellung zu seinem Abgang auf Schalke und zur Situation bei seinem Ex-Klub FC Bayern nach dem 0:1 gegen die Königsblauen".

Bernd Hoffmann im DSF über...

die abgelaufene Woche beim Hamburger SV:

"Es war ein riesiger Pokalabend mit einem lausigen Ende. Natürlich ist nach einer solchen vergebenen Chance Frust da. Zweieinhalb Tage später in Dortmund zu verlieren, ist kein Desaster. Da kann man verlieren."

die weiteren Aussichten im Saisonendspurt:

"Wie schon die ganze Saison über werden wir jetzt ganz ruhig bleiben. Diese Abgesänge über uns nehmen wir im Moment zur Kenntnis, aber nicht so ernst.

Die Saison läuft bisher exzellent. Wir müssen schließlich auch die Abgänge betrachten, die wir aus wirtschaftlichen Gründen tätigen mussten. Dazu gab es gar keine Alternative."

den bisherigen Erfolg in der Spielzeit:

"Es handelt sich um eine kontinuierliche Entwicklung, die wir über die letzten sechs, sieben Jahre durchgemacht haben und die in unsere aktuelle Titelfähigkeit mündet.

Die Saison fühlt sich überragend an. Wir haben eine sensationelle Stimmung in der Stadt, im Stadion und im Verein. Deshalb gibt es für uns auch keinen Grund, etwas schlecht zu reden."

die öffentlichen Diskussion beim FC Bayern um Trainer Jürgen Klinsmann:

"Man muss den Trainern auch mal ein bisschen Zeit geben. Die Frage ist, ob die Führung des FC Bayern zu dieser Idee mit Jürgen Klinsmann steht.

Die Beispiele Lucien Favre oder Felix Magath zeigen, dass sich der Erfolg manchmal erst im zweiten Jahr einstellt, wenn der Trainer seine Mannschaft so zusammenstellen kann, wie er es möchte, und eine komplette Vorbereitung bestreitet.

Als Vereinsführung muss man dann auch ausstrahlen und klipp und klar sagen: Jawohl, das ist mein Mann und mit dem nehme ich auch eine kleine sportliche Delle in Kauf.

Sie haben jetzt noch fünf Spiele, drei davon zu Hause. Bayern kann also aus eigener Kraft noch Zweiter werden. Diese Probleme hätte ich in Hamburg auch gerne."

Olaf Thon über...

das 1:0 der Schalker in München:

"Bayern war wirklich nervös, das hat man gespürt je länger das Spiel lief. Dann kamen die kritischen Stimmen, auch gegen Jürgen Klinsmann. Das hat Schalke 04 natürlich geholfen.

Aber die Klinsmann-Raus-Rufe waren ein Kindergeburtstag gegen die 50.000 Müller-Raus-Rufe in Gelsenkirchen. Da gibt es also noch Steigerungspotenzial."

die aktuelle Situation beim FC Bayern:

"Es gibt mal solche Jahre. Ich erinnere an 1991/92, als ich mit Stefan Effenberg Zehnter wurde und gegen den Abstieg spielte.

Ich denke aber, dass man davon überzeugt sein muss, wenn man schon einen Jürgen Klinsmann holt, dass er der Richtige ist.

Wenn Beckenbauer, Rummenigge und Hoeneß davon überzeugt sind, dass Klinsmann der Beste ist und nur ein bisschen mehr Zeit braucht, sollten sie das geschlossen demonstrieren und ihm die Möglichkeit geben, sich seine Mannschaft für die neue Saison zusammenstellen. Das konnte er vor der aktuellen Saison nicht."

die Schwankungen von Franck Ribery:

"Den kann man wohl gar nicht mehr ansprechen. Es traut sich anscheinend keiner mehr, ihm die Meinung zu sagen, dass er mehr für die Mannschaft arbeiten muss.

Seine Unzufriedenheit äußerte sich dann gegen Schalke in seiner Undiszipliniertheit."

die ungelöste Trainer- und Managerfrage bei Schalke 04:

"Ich hoffe nicht, dass Schalke 04 den Fehler macht, den zweiten Schritt vor dem ersten zu gehen und erst einen Trainer und dann einen Manager zu verpflichten.

Ich spreche mich ganz klar dafür aus, dass Mike Büskens die Chance in der kommenden Spielzeit bekommen sollte. Dieses Trainer-Trio spricht die Sprache des Volkes und hat es geschafft, Spieler wie Sanchez oder Krstajic zu alter Form zurückzuführen."

die Gründe, die zu seinem Abschied geführt haben:

"Ich bin im Sommer 2008 aus dem Aufsichtsrat ausgeschieden. Danach sollte ich für den Verein im Marketing und in der Sponsorenbetreuung tätig sein.

Weil ich jedoch Fußballer bin, einigten wir uns darauf, dass ich auch Berater des Vorstandes bin.

Ich wurde aber nicht in Gespräche einbezogen, auch nicht jetzt in der schwierigen Phase nach den Entlassungen von Trainer und Manager.

Ich wollte ja nicht Trainer oder Manager werden, sondern lediglich mithelfen, das umzusetzen, was wir vereinbart hatten. Daher musste ich die Reißleine ziehen, um glaubwürdig zu bleiben."

seine Gefühle vor dem endgültigen Abschied:

"Nach 23 Jahren Schalke zu verlassen, fällt schon schwer. Mein Ziel war es nach dieser langen Zeit, keine schmutzige Wäsche zu waschen, sondern einen sauberen Abschluss zu finden, obwohl ich die Fäuste natürlich in der Tasche habe."

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