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Alexander Baumjohann (r.) holte sich gegen Bielefeld seine fünfte Gelbe Karte ab © getty

Für Borussen-Trainer Hans Meyer ist das Unentschieden gegen Bielefeld eine "gefühlte Niederlage". Auch die Arminia rutscht ab.

Von Liane Killmann

München/Mönchengladbach - Im Abstiegskampf geht es um jeden einzelnen Zähler.

Deshalb feiern Teams aus dem Tabellenkeller auch Unentschieden manchmal schon als Meilenstein im Kampf um den Klassenverbleib.

zum Feiern war am Sonntagabend in Mönchengladbach aber weder der heimischen Borussia noch Arminia Bielefeld zu Mute.

Das 1:1 zwischen beiden Teams hilft schließlich nur der am Wochenende siegreichen Konkurrenz aus Cottbus und Karlsruhe. (zum Spielbericht)

Ein Remis als Niederlage

"Das 1:1 ist für uns eine Niederlage. Wir sind heute ein richtiger Verlierer", wurde Gladbach-Trainer Hans Meyer ungewohnt deutlich.

Statt an Bielefeld vorbeizuziehen und erstmals seit dem 14. Spieltag nicht einen der letzten drei Plätze zu belegen, findet sich Gladbach nach fünf Spielen ohne Sieg mit 24 Punkten auf Rang 17 wieder. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

"1:1 eine Katastrophe"

Auch Karim Matmour fand klare Worte: "Wenn wir uns das Ergebnis in Cottbus angucken, ist das 1:1 eine Katastrophe", erklärte der Torschütze, der die Bielefelder Abwehr in der ersten Halbzeit ein ums andere Mal schwindelig spielte.

Dass es trotzdem und trotz einiger guter Chancen nur zu einem Tor für die Bosrussia reichte, war der Knackpunkt.

"Ich habe einige Anzeichen dafür gespürt, dass wir mit der Situation nicht klar kommen", kritisierte Meyer seine Spieler. Tatsächlich hatte die frühe Führung der jungen Mannschaft keinerlei Sicherheit verliehen.

Arminia sucht die Pluspunkte

Die Bielefelder rangen der Punkteteilung trotz des Abrutschens auf den Relegationsplatz die positiven Aspekte ab.

"Die Ausgangssituation war nach vier Spielen ohne Sieg für uns mehr als kompliziert. Die Mannschaft ist nach dem 0:1 mit der Situation gut umgegangen", sagte Trainer Michael Frontzeck.

Frontzeck zeigte sich betont gelassen: "Es bleibt bis zum Schluss ganz eng. Das war uns vom ersten Spieltag an klar." Gleichzeitig setzte er sein Team aber auch unter Druck. "Jetzt müssen wir anfangen, zu Hause zu gewinnen", forderte er.

Hartes Restprogramm

Das könnte sich als (zu) hohes Ziel entpuppen: Bielefeld empfängt nächste Woche den VfB Stuttgart. Anschließend warten noch Leverkusen, Hoffenheim, Dortmund und Hannover.

Der Verbleib in der Liga ist für die Arminia eine schwierige Aufgabe, aber nicht unlösbar. Zumal Top-Torjäger Arthur Wichniarek (fehlte in Gladbach mit Oberschenkelproblemen) gegen den VfB wieder an Bord sein dürfte.

Meyer beschwört die Chancen

Für Gladbach verheißt der Blick auf das Restprogramm aus den Auswärtsspielen bei den Bayern, in Cottbus und bei Leverkusen, sowie zuhause gegen Schalke und Dortmund nichts gutes.

Meyer ist deshalb auch clever genug, seiner Mannschaft bei aller Kritik die, wenn auch geringen, Möglichkeiten der Rettung aufzuzeigen.

"Wir werden erst in dem Augenblick die Flinte ins Korn werfen, wenn rein rechnerisch nichts mehr möglich ist", erklärte der Trainer nach der Partie. Meyers Erfahrung als Retter (etwa zuletzt 2005 in Nürnberg) könnte für die Borussia der größte Trumpf im Saisonendspurt sein.

Vorbild Cottbus?

Vielleicht gelingt es Gladbach und Bielefeld in der nächsten Woche, es Cottbus gleichzutun. Dann könnten sie in München und gegen Stuttgart Zünglein an der Waage im Kampf um die Tabellenspitze zu spielen - und Punkte für die eigene Rettung sammeln.

Verzichten muss Meyer dabei auf Alexander Baumjohann. Der Mittelfeldspieler kassierte in der 90. Minute für einen Schwalbe seine fünfte Gelbe und verpasst daher die Begegnung mit seinem neuen Verein.

Einen Punkt in der Allianz-Arena würde Baumjohann ganz im Gegensatz zum Sonntag aber sicher auch von der Tribüne aus feiern wie einen Sieg.

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