Jürgen Klinsmann ist auf seiner ersten Station als Bundesliga-Trainer grandios gescheitert. Zurück bleibt ein Scherbenhaufen.

Ende mit Schrecken oder Schrecken ohne Ende - zwischen diesen beiden Optionen mussten die Bayern-Bosse letztlich entscheiden.

Doch nach der erneuten Pleite gegen Schalke fiel der Entschluss leichter als zuvor, als Jürgen Klinsmann schon mehrfach auf der Kippe stand.

Nach dem blutarmen Auftritt am Samstag war keiner der Verantwortlichen mehr von der Wende zum Besseren überzeugt.

Da der FC Bayern in dieser Verfassung nicht nur die Meisterschaft, sondern auch die wirtschaftlich noch viel wichtigere Teilnahme an der Champions League zu verspielen droht, sah sich die Vereinsführung zum Handeln gezwungen.

Zurück bleibt ein Scherbenhaufen: Jürgen Klinsmann ist bei seiner ersten Station als Bundesliga-Trainer grandios gescheitert.

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Im Vergleich zur Vorsaison sind die meisten Spieler nicht besser, sondern schlechter geworden. Auch taktisch gab es keine Weiterentwicklung - im Gegenteil.

Die Defensive ist immer für ein Gegentor gut, im Mittelfeld verstecken sich die zahlreichen Nationalspieler hinter Franck Ribery und vorne erreicht kein Stürmer Normalform.

Vom angekündigten Offensivfußball moderner taktischer Prägung ist der FCB meilenweit entfernt, was die Vorführung durch den FC Barcelona exemplarisch demonstrierte.

Auch in der Liga bot das Team in der Rückrunde in den seltensten Fällen Unterhaltung. Als am Ende nicht mal mehr die Ergebnisse stimmten, war das Aus des Trainer-Neulings beschlossen.

Festzuhalten bleibt, dass alle Klinsmann überschätzt haben: Fans und Medien erwarteten Spektakel und Siege vom ersten Tag an, der Vorstand die Rundumerneuerung zum europäischen Top-Team.

Der Coach selbst überschätzte sich offenbar auch. Denn der Verzicht auf einen erfahrenen Assistenten wie seinerzeit Joachim Löw bei der Nationalmannschaft wurde zum Bumerang.

So gab es schon früh Anzeichen, dass Klinsmann mit dem Coaching besonders während des Spiels überfordert war und oft kein Mittel zur Korrektur fand.

Auch gegen Schalke war seine Halbzeit-Ansprache nach dem 0:1 laut Ze Roberto wenig inspirierend: "Er hat nur gesagt: Wir müssen ein Tor schießen - mehr nicht."

Da das nicht gelang, erlebt Klinsmann nun seine erste Entlassung. Darüber muss er sich nicht dauerhaft grämen: Einerseits fällt er finanziell weich, andererseits befindet er sich in guter Gesellschaft.

Gut möglich, dass er daraus seine Lehren zieht und in Zukunft erfolgreich als Trainer arbeiten wird.

Fürs Erste aber ist das groß angekündigte Projekt gescheitert. Auf ein erneutes Experiment dürfte den Bayern-Boss wohl vorerst die Lust vergangen sein.

Das zeigt die Wahl der Nachfolger bis Saisonende: Jupp Heynckes und Hermann Gerland. Mehr "old school" geht nicht.

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