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Karl-Heinz Rummenigge ist seit 2002 Vorstandschef des FC Bayern © imago

Bayern-Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge äußert sich zur Klinsmann-Enlassung. Auch Uwe Seeler und Mario Basler reden Klartext.

München - Mit einem Paukenschlag hat der FC Bayern Jürgen Klinsmann gefeuert.

Interimscoach wird Jupp Heynckes, als Co-Trainer steht ihm Hermann Gerland zur Seite.

Sport1.de hat Kommentare zu der überraschenden Trainer-Entlassung in München zusammengefasst. Auch Ex-Trainer Klinsmann sowie Bayern-Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge nehmen Stellung.

Jürgen Klinsmann (Ex-Trainer FC Bayern): "Natürlich bin ich im Moment sehr enttäuscht. Trotzdem möchte ich mich von Herzen beim FC Bayern München, seinen Fans, den Trainern, den Spielern und den Mitarbeitern für eine ereignisreiche Zeit bedanken. Wir haben den Grundstein gelegt für die Zukunft. Ich glaube noch immer daran, dass die Mannschaft in dieser Saison Deutscher Meister werden kann."

Karl-Heinz Rummenigge (Vorstandsvorsitzender des FC Bayern): "Wir haben uns diese Entscheidung sehr schwer gemacht, aber die Ergebnisse der vergangenen Wochen, die Art und Weise wie diese zustande kamen und vor allem die Situation fünf Spieltage vor Saisonende zwangen uns aus Verantwortung dem Klub gegenüber zu handeln. Mit Jupp Heynckes und Hermann Gerland haben wir zwei erfahrene Trainer, denen wir die Leitung der Mannschaft bis zum Saisonende übertragen."

Joachim Löw (Bundestrainer): "Ich bin schon überrascht, dass die Bayern so wenige Spieltage vor Saisonende diesen Schritt getan haben. Es hieß ja immer, dass man im Sommer eine Bilanz ziehen will. Und die Chancen auf den Gewinn der Meisterschaft sind weiter relativ gut, nachdem auch Wolfsburg am Wochenende verloren hat. Insgesamt muss man sagen, dass Jürgen dem Verein gegenüber grundsätzlich eine große Loyalität gezeigt hat, er war immer geradlinig und hat nie die Fehler bei anderen gesucht. Er hat sich stets vor seine Mannschaft gestellt. Das ist Charakter. Jürgen und ich werden weiter in engem Kontakt bleiben."

Heribert Bruchhagen (Vorstandsvorsitzender von Eintracht Frankfurt): "Die Entscheidung überrascht mich schon. Die Bayern hatten sich ja für ein völlig neues Konzept entschieden. Vom Grundsatz her bin ich der Meinung, dass man dann auch mehr Beharrlichkeit zeigen muss. Ich bin natürlich nicht froh, aber wenn Klinsmann Erfolg gehabt hätte, dann hätten wir anderen Vereine alle nach diesem neuen Konzept leben müssen."

Günther Oettinger (Baden-Württembergs Ministerpräsident bei N24): "Mir tut das leid für ihn. Er ist ja ein Sympathieträger. Er war ein glänzender Fußballer. Er hat die Deutschen bei der WM als Bundestrainer gut geführt. Aber vielleicht war es ein Missverständnis."

Mario Basler (Ex-Nationalspieler): "Jürgen Klinsmann wusste sicherlich, was auf ihn zukommen könnte. Er musste damit rechnen, dass es nach dem 0:1 gegen Schalke soweit sein könnte. Die Bayern erhoffen sich, dass sie mit dem neuen Trainer die letzten fünf Spiele noch gewinnen."

Horst Heldt (Manager VfB Stuttgart): "Es ist immer schade, wenn ein Trainer entlassen wird. Aber wir schauen in dieser Phase der Saison mehr denn je nur auf uns."

Olaf Thon (Ex-Nationalspieler): "Die Bayern wissen, was Jupp Heynckes und Hermann Gerland können. Jürgen Klinsmann braucht sich keine Gedanken zu machen, er hat alles versucht. Vielleicht wäre es besser gewesen, zunächst einen kleinen Verein zu trainieren und nicht sofort den FC Bayern. Felix Magath hat zweimal das Double geholt und musste gehen. Da war klar, es schwer wird in diese Fußstapfen zu treten."

Felix Magath (Trainer VfL Wolfsburg): "Mit diesem Thema beschäftige ich mich nicht."

Thomas Schaaf (Trainer von Werder Bremen): "Ich bedaure das sehr. Es ist sehr schade, dass ein Kollege, der mit großen Erwartungen an die Arbeit gegangen ist und der sehr viel bewegen wollte, nicht die Zeit dazu bekommen hat."

Wolfgang Holzhäuser (Geschäftsführer Bayer Leverkusen): "Ich äußere mich nicht zu internen Dingen bei anderen Klubs."

Uwe Seeler (Ehrenspielführer der Nationalmannschaft): "Die Bayern wollen Meister werden, und nach der Niederlage der Wolfsburger ist wieder alles möglich. Ich kenne keine Interna, aber sicherlich hat Klinsmann nicht erfüllt, was man sich erhofft hat. Ich halte nicht viel davon, wenn man zu viele Sachen auf einmal will. Ich glaube auch nicht, dass die Amerikaner uns das Fußballspielen oder die Fitness beibringen können."

Mike Büskens (Interimstrainer Schalke 04): "Ich finde sehr schade, dass dieses Projekt schon nach zehn Monaten zu Ende geht. Jürgen Klinsmann hat uns bei der WM 2006 wunderbare Wochen beschert, aber leider ist es im Fußball so, dass man keine Zeit mehr bekommt."

Steffen Heidrich (Manager Energie Cottbus): "Die Entlassung fünf Spieltage vor Saisonende ist schon überraschend. Vielleicht hat unserer Sieg gegen Wolfsburg ja dazu beigetragen, weil Bayern jetzt doch noch Meister werden kann. Jürgen Klinsmann hat in der Nationalmannschaft hervorragende Arbeit geleistet, aber der Vereinsfußball ist etwas ganz anderes. Da lassen sich seine Ideen nicht komplett übertragen."

Horst Zingraf (Präsident des Bundes Deutscher Fußball-Lehrer): "Unsere Position ist klar. Wenn gemeinsam erarbeitete Ziele nicht mehr erreichbar sind, dann ist eine der erlaubten Maßnahmen, einen neuen Trainer zu beauftragen. Diese Situation ist bei den Bayern gegeben. Unter diesen Umständen, ist eine Trainer-Entlassung durchaus nachvollziehbar."

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