vergrößernverkleinern
Hat schon einen Job: ZDF-Experte und TV-Produzent Oliver Kahn © getty

Klinsmann ist weg: Bei Sport1.de schließt der Ex-Keeper seine Hilfe aber aus und forciert lieber TV-Projekte in China.

von Christian Paschwitz und Conny Konzack

München - Wenn's nach Uli Hoeneß geht, ist Oliver Kahn der Mann schlechthin, mit dem der FC Bayern der Zukunft begegnen sollte.

Schon vor Jahren hatte der Manager des FC Bayern den einstigen Weltklasse-Keeper als seinen legitimen Nachfolger in Stellung gebracht: "Kahn hat den wirtschaftlichen Background, und er liebt den Verein."

Vor einigen Wochen sollen sich beide zu einem Gespräch unter vier Augen getroffen haben - weil Hoeneß offiziell daran festhält, seine Funktion zum Jahresende aufzugeben.

Bei Sport1.de jedoch schließt Kahn nun ein schnelles Engagement bei den Bayern vorzeitig aus.

Titan fliegt nach Asien

Eine "Aushilfe" - jedweder Art - ist für den 39-Jährigen auch ungeachtet der Turbulenzen um den Rauswurf von Jürgen Klinsmann (Bayern feuern Klinsmann) kein Thema: "Ich fliege am Donnerstag nach China, um dort ein sehr ehrgeiziges Projekt mit meiner ersten, eigenen Produktionsfirma zu starten."

Und weiter: "Wir erwarten in zehn TV-Shows, bei denen es um Fußball geht, über 600 Millionen Zuschauer. Das sind ganz andere Dimensionen als in Deutschland."

Kahns Casting-Knaller statt Feuerwehr-Dienst in München. "Ich werde das durchziehen und kann mich nicht auf irgendwelche Manager-oder Trainer-Posten konzentrieren", sagt der "Titan".

Entlassung verständlich

Seinen Ex-Klub und die Bundesliga hat Kahn trotzdem im Blick - und zur Klinsmann-Entlassung seine eigene Meinung.

"Wenn man, wie der FC Bayern, diese Philosophie des kurzfristigen Erfolges hat, dann ist diese Entlassung nur allzu logisch", so der frühere Profi in "Bild". "Der Klub sah die Gefahr, die Teilnahme an der Champions League in der nächsten Saison zu verlieren. Deshalb wurde so gehandelt - alles andere käme einem Albtraum gleich."

Heynckes der richtige Mann

Mit Jupp Heynckes (Das Porträt) als Interimscoach bis Saisonende glaubt Kahn die Bayern-Misere in der Liga nun jedoch ausgestanden (Diskutieren Sie mit: Rettet Heynckes die Bayern?). Mehr als das sogar.

"Ich gehe davon aus, dass Bayern noch relativ leicht Meister wird", sagt Kahn. "Sie haben ja immer noch nur drei Punkte Rückstand auf Platz eins, und es sind immer noch fünf Spiele."

Für Kahn hat die neue Bayern-Zukunft offenbar schon begonnen - auch ohne ihn.

Zum Forum - hier mitdiskutieren!Zurück zur Startseite

teilentwitternE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel