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Am Abend zuvor hatte sich der 64-Jährige nach einer Sitzung des Bayer-Gesellschafterausschusses per Handschlag mit dem Vorstand geeinigt
Jupp Heynckes beendete 1978 seine aktive Laufbahn als Spieler © getty

Der Bayern-Vorstand hat die Ära Jürgen Klinsmann hinter sich. Jupp Heynckes übernimmt und erklärt sein Konzept für fünf Spiele.

Über den FC Bayern berichtet Christian Paschwitz

München - Jupp Heynckes (Das Porträt) ist der neue Mann auf der Kommandobrücke des FC Bayern.

Am Dienstagmittag trat der 63-Jährige erstmals in seiner neuen Funktion vor die Presse.

Im Mediencenter an der Säbener Straße nahm er das Blitzlichtgewitter mit einem Lächeln zur Kenntnis.

Seine Zeit als Chef beim Rekordmeister ist allerdings begrenzt.

Heynckes übernimmt nach dem Rausschmiss von Jürgen Klinsmann (Bayern feuern Klinsmann) lediglich bis Saisonende.

Unterdessen läuft die Suche nach einem Nachfolger auf Hochtouren. "Bis jetzt hatten wir zu keinem Trainer auf der Welt Kontakt, aber das ändert sich ab jetzt. Wir wollen zeitnah eine Lösung finden, um den Trainer in die Kaderplanung einzubinden", sagte der Vorstands-Boss Karl-Heinz Rummenigge.

"Am 1. Juli werden wir einen qualifizierten Mann haben", versprach Manager Uli Hoeneß.

Heynckes und sein Assistent Hermann Gerland wollen den Münchnern doch noch den erhofften Meistertitel ermöglichen, mindestens aber die Qualifikation für die Champions League. Danach wird der neue Mann übernehmen (Diskutieren Sie mit: Rettet Heynckes die Bayern?).

Viele Kandidaten werden gehandelt, das Anforderungsprofil grenzt die lange Liste aber ein. Spekuliert wird über Erik Gerets, Louis van Gaal, Frank Rijkaard, Arsene Wenger, Michael Laudrup, Matthias Sammer, Bernd Schuster, Mirko Slomka, Martin Jol, Lucien Favre und Armin Veh.

Dass sogar der Name Lothar Matthäus fällt, darf als Beleg wilder Spekulationen gedeutet werden.

Sport1.de fasst zunächst die wichtigsten Aussagen von Heynckes und Gerland zusammen:

Jupp Heynckes:

"Unser Ziel muss die direkte Qualifikation für die Champions League sein. Ich habe viel Erfahrung als Trainer und kann die Situation sachlich analysieren."

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"Die Mannschaft hat sich in dieser Saison schon ganz anders präsentiert, wie zum Beispiel gegen Hoffenheim oder beim Pokal-Spiel in Stuttgart. Am Samstag hatte ich den Eindruck, dass bei der Mannschaft eine psychische Blockade da war. Sie wirkte apathisch und paralysiert. Es ist meine Aufgabe, dafür zu sorgen, dass die Spieler von den Fesseln befreit werden, die sie hatten."

"Uli Hoeneß und ich haben am Samstag nach dem Spiel über alles mögliche diskutiert, nicht aber über ein Engagement von mir in München. Deshalb war ich sehr überrascht, als ich eine SMS von Karl-Heinz Rummenigge bekommen habe. Nach Rücksprache mit meiner Frau habe ich zugesagt.

"1987 war es für mich sehr wichtig, einen Klub wie Bayern München trainieren zu können. Da hat man dann eine gewisse Verpflichtung. Ich bin noch nie während der Saison bei einem Klub eingestiegen. Aber der Bayern bedeutet mir viel."

"Über den Meistertitel soll man gar nicht nachdenken und nicht darüber sprechen."

"Wir müssen uns auf das Wesentliche konzentrieren: das nächste Spiel. Es nützt nichts, wenn wir wieder weiß Gott wovon reden. Bayern München muss nächstes Jahr in der Champions League dabei sein und das muss das Ziel sein."

"Ich habe noch keinen Kontakt mit Klinsmann gehabt. Ich habe das auch bei anderen Klubs nie gemacht. Ich habe genug Erfahrung, um selbst einschätzen zu können, wie die Situation ist."

"Ich habe sehr viel Erfahrungen mit solchen Situationen gemacht. Es ist wichtig, mit den Spielern Einzelgespräche zu führen, in Gruppen zu arbeiten. Ich werde ihnen sagen, dass sie viel besser sind als sie in den vergangenen Wochen gespielt haben. Ich denke schon, dass man die Spieler kurzfristig erreichen kann und dass sie mehr Selbstvertrauen bekommen."

"Es ist nicht meine Lebensplanung gewesen, nochmal beim FC Bayern auszuhelfen. Meine Frau hat mir dann geraten, es zu machen. Ich bin gesundheitlich wieder vollständig hergestellt. Ich hatte in den letzten Jahren vier Operationen, der Zeitpunkt ist jetzt optimal."

Hermann Gerland:

"Jupp und ich haben schon mal zusammengearbeitet, als ich sein Jugendtrainer war. Ich denke, dass wir uns gut ergänzen werden."

"Ich werde Heynckes assistieren. Er ist der Chef und er sagt mir, was ich zu tun habe. Acht der 16 Spieler, die heute im Training sind, haben unsere Jugendabteilung durchlaufen. Sie kennen mich. Ich brauchte meine Frau nicht zu fragen. Ich muss sie nur fragen, wenn ich den FC Bayern verlassen will. Ich knie mich voll rein, weil Bayern München für mich ein Glücksfall ist.

"Wir können es uns bei fünf verbleibenden Spielen nicht leisten, zu schauen, ob Thomas Müller vor 70.000 Zuschauern spielen kann. Da werden wir auf erfahrene Spieler setzen."

"Der Mehmet hat ja immer lockere Sprüche drauf. Jetzt kann er in der zweiten Mannschaft beweisen, dass er was drauf hat. Und er wird erkennen, dass es nicht so einfach ist, Trainer zu sein. Ich sage seit 25 Jahren das gleiche und manche glauben es immer noch nicht. Ich hoffe, dass ich die Mannschaft in einem besseren Zustand zurückbekommen werde."

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