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Franz Beckenbauer gewann als Teamchef mit dem FC Bayern 1994 die Meisterschaft © getty

Franz Beckenbauer spricht bei "Premiere" über Klinsmanns Entlassung, das Duo Heynckes/Gerland und die Suche nach einem neuen Trainer.

München - Die Entlassung von Jürgen Klinsmann und die Frage, wer im Sommer neuer Bayern-Trainer wird, bleiben die alles beherrschenden Themen (Bayern feuern Klinsmann).

In Barcelona, wo Klinsmann mit dem FC Bayern 0:4 unterging, äußerte sich Franz Beckenbauer im "Premiere"-Interview zur Trennung von Klinsmann und über mögliche Nachfolger.

Auf die Frage, ob Klinsmann vielleicht auch ein bisschen Verständnis für die Entscheidung hatte, antwortete der Präsident des FC Bayern:

"Nein, hat er glaube ich nicht. Er war sehr enttäuscht, als man ihm das mitgeteilt hat. Und er war besessen genug, um das bis zum Ende der Saison weiterzumachen, weil er geglaubt hat, er bekommt das hin. Aber das Vertrauen war einfach nicht mehr da - und deshalb hat man sich getrennt."

"Schätze Hiddink über alles"

Beckenbauer schwärmt von Guus Hiddink ("Ich schätze ihn über alles"), glaubt aber nicht an eine Chance, Hiddink oder Arsenals Teammanager Arsene Wenger aus London loseisen zu können. 93065(Wer wird Bayern-Trainer? Die Bilder der Kandidaten)

Zudem spricht der "Kaiser" über das Duo Jupp Heynckes (Das Porträt) und Hermann Gerland.

Franz Beckenbauer bei "Premiere" über:

Klinsmanns vorzeitiges Aus:

"Ich finde es schade, dass es nicht zu Ende geführt werden konnte, aber man hat sowohl von der Vereinsführung als auch von der Mannschaft nicht mehr das Vertrauen gehabt. Das ist schade. Jürgen hat sich unglaublich engagiert und sich reingeschmissen.

Er hat eine neue Dimension an die Säbener Straße gebracht. Nur hat eines gefehlt: Die Ergebnisse. Ich habe von Anfang an gesagt: Das Konzept ist wunderbar, nur jetzt brauchen wir noch die Ergebnisse. Die haben gefehlt und das hat letztlich auch zur Trennung geführt."

den Knackpunnkt für das Scheitern:

"Wenn man ein Spiel wie in Wolfsburg in der letzten halben Stunde sang- und klanglos aus der Hand gibt und ein paar Tage später in Barcelona 0:4 unterliegt, dann sieht man: Die Mannschaft folgt dem Trainer nicht mehr und macht, was sie will. Das waren die ersten Anzeichen des Zerfalls."

Klinsmanns Fehler und das Duo Heynckes/Gerland: (Diskutieren Sie mit: Rettet Heynckes die Bayern?)

"Was letztlich gefehlt hat, waren die Erfolge. Wenn man die Erfolge nicht hat, wird man nervös und macht Sachen, die man besser lassen sollte. Da sind Baustellen aufgemacht worden, die nicht hätten sein müssen. Jetzt ist ein neuer Trainer da.

Hermann Gerland ist schon seit Jahrzehnten beim FC Bayern und treibt den jungen Spielern alles aus, wenn ihnen etwas zu Kopf steigen sollte. Für diese Position ist er in Zusammenarbeit mit Jupp Heynckes ideal.

Es hätte ja mehrere Möglichkeiten gegeben, Mehmet Scholl oder Paul Breitner waren im Gespräch. Aber man hat ja immer vom Neuling gesprochen - und jetzt einem weiteren Neuling das Vertrauen zu geben, wäre auch riskant gewesen."

seine mögliche Rückkehr als Teamchef:

"Nein, um Gottes willen. Ich hätte das als Beleidigung empfunden, alleine der Gedanke schreckt mich. Das geht nicht mehr."

Guus Hiddink:

"Ich kenne ihn ja sehr gut und schätze ihn über alles. Aber er kann sich die Jobs ja aussuchen. Er verlässt Chelsea! Das muss man sich mal vorstellen. Weil er sich mit den Russen für die WM qualifizieren will. Da hat er keinen Platz für den FC Bayern."

Arsene Wenger:

"Sinnvoll wäre es schon, aber du kriegst ihn nicht. Er hat sich bei Arsenal etwas aufgebaut und ist da seit 13 Jahren. Er war ja mal kurz davor, uns zuzusagen.

Damals war er in Monaco und wir waren bei ihm, aber er konnte sich nicht entscheiden, da haben wir uns für jemand anderen entschieden. Er wäre beinahe bei uns gelandet."

deutsche Kandidaten wie Sammer, Schuster oder Veh:

"Das ist alles noch ein bisschen früh. Klar muss man anfangen, sich Gedanken zu machen, um die Leute zu kontaktieren, denn die meisten sind ja unter Vertrag. Oder findet man eine Lösung wie Frank Rijkaard zum Beispiel, der ohne Vertrag ist.

Mit ihm könnte man reden, aber ich weiß gar nicht, ob der Interesse hat. Da muss man eine Liste zusammenstellen, wer zum FC Bayern passen würde - und dann streicht man zusammen und es bleiben ein paar Leute über."

den Kurs für die Zukunft:

"Das, was Jürgen Klinsmann eingeleitet hat, kann sich vom Konzept her schon sehen lassen. Nur an der Umsetzung und am Glück hat es gefehlt."

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