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Rummenigge ist seit dem 21. Januar 2008 erster Vorsitzender der European Club Association (ECA). © imago

Die Chance, dass Arsene Wenger Bayern-Trainer wird, dürfte nach den jüngsten Vorwürfen von Karl-Heinz-Rummenigge kaum steigen.

München - FC-Bayern-Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge wirft Teammanager Arsene Wenger vom FC Arsenal Kinderhandel und Kidnapping vor.

"Ein Arsene Wenger holt offenbar jedes Jahr Heerscharen von Spielern aus Frankreich und sonst woher. Dieser Art von Kinderhandel gilt es Einhalt zu gebieten", sagte der Chef der europäischen Klub-Vereinigung ECA, der "Sport Bild".

"Das hat inzwischen ja Ausmaße angenommen, da ist das Wort Kidnapping nicht mehr weit", so Rummenigge.

Fabregas als Beispiel

Als Beispiel für den Kinderhandel bezeichnete der Bayern-Boss den Transfer von Arsenal-Kapitän Cesc Fabregas, der im zarten Alter von 15 Jahren vom FC Barcelona zu den "Gunners" gewechselt war.

"Das beste Beispiel ist doch Fabregas. Der ist mit 15 Jahren von Barcelona kostenlos nach London geholt worden, da er erst ab 16 vertraglich gebunden werden konnte", sagte Rummenigge.

Plädoyer für "Homegrown"-Regel

Rummenigge plädiert in den europäischen Ligen deshalb für die Einführung der "Homegrown"-Regel, die im UEFA-Cup und in der Champions League in der aktuellen Form seit 2008 angewendet wird.

Im Europacup gilt die so genannte 4+4-Regel, wonach in jedem Kader acht Spieler stehen müssen, davon vier in der Startelf, die zwischen dem 15. und 21. Lebensjahr mindestens drei Jahre in dem jeweiligen Land ausgebildet wurden. Die Nationalität spielt keine Rolle.

"Sie ist von den europäischen Sportministern das gewünschte Modell. Sie kommt allen Klubs zugute, die gut ausbilden, und zwar unabhängig von der Nationalität", sagte Rummenigge.

Erziehung auf und neben dem Platz

Bei Arsenal kommen die 27 Spieler aus 18 Ländern. Arsenals Kader hat ein Durchschnittslater von 24 Jahren, die Profis des FC Bayern sind im Schnitt 27,6 Jahre alt.

Doch natürlich bekommt nicht jeder Jugendliche, den die Londoner holen, einen Profivertrag, betont Wenger:

"Wer einem Kind sagt: 'Bei uns wirst du Profi', der ist entweder ein Lügner oder Betrüger."

Wichtig sei, dass die Jugendlichen nicht nur auf, sondern auch neben dem Platz vernünftig ausgebildet und erzogen werden.

Angebot von Bayern abgelehnt

Wenger galt als ein möglicher Kandidat auf den Trainerposten beim FC Bayern.

Englischen Medienberichten zufolge soll der 59-Jährige ein Angebot der Münchner abgelehnt haben.

Ob er nach Rummeniges Vorwürfen überhaupt Lust auf eine Zusammenarbeit hätte, darf bezweifelt werden. 93065(Wer wird Bayern-Trainer? Die Bilder der Kandidaten)

Beckenbauer: "Wenger kriegst du nicht"

Am Dienstag hatte FCB-Präsident bei "Premiere" über ein mögliches Engagement des Franzosen gesagt:

"Sinnvoll wäre es schon, aber du kriegst ihn nicht. Er hat sich bei Arsenal etwas aufgebaut und ist da seit 13 Jahren. Er war ja mal kurz davor, uns zuzusagen", erklärte Beckenbauer.

"Damals war er in Monaco und wir waren bei ihm, aber er konnte sich nicht entscheiden, da haben wir uns für jemand anderen entschieden. Er wäre beinahe bei uns gelandet."

Fabregas will den Champions-League-Pokal

Wenger arbeitet seit 1996 beim FC Arsenal. Der Franzose gewann mit den Londonern dreimal die Meisterschaft und viermal den FA-Cup.

2006 stand Wenger mit Arsenal im Champions-League-Finale gegen den FC Barcelona (1:2).

In der laufenden Saison steht er mit den "Kanonieren" im Halbfinale gegen Manchester United um den Einzug ins Endspiel. "Wir sind so weit gekommen, jetzt wollen wir den Pokal auch gewinnen", sagt Fabregas.

Der Spanier wechselte 2003 aus der Jugend des FC Barcelona zum FC Arsenal. Mit 16 Jahren und 177 Tagen debütierte er im selben Jahr als jüngster Arsenal-Spieler aller Zeiten.

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