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Nur die Fans des VfB Stuttgart träumen kräftig von dem nächsten Meisterschafts-Coup © getty

Trotz der besseren Ausgangslage als im Meisterjahr denkt man beim VfB Stuttgart nur an Platz fünf. Markus Babbel wird mit Lob überhäuft.

Stuttgart - Keiner wagt es auszusprechen, doch Stuttgarts Meister-Traum lebt.

Die Ausgangslage des VfB (zur Vereinsseite) ist fünf Spieltage vor dem Saisonende der Fußball-Bundesliga sogar besser als 2007, als die Schwaben dank eines imponierenden Schlussspurts mit acht Siegen ihre fünfte deutsche Meisterschaft feiern durften (Stuttgarts meisterliches Deja-Vu).

"Manchmal passieren solche Wunder. Wir können alles erreichen, aber auch alles verpassen", sagt Ludovic Magnin.

Babbel fordert Konzentration

Der Schweizer weiß, wovon er spricht. Vor zwei Jahren war er dabei, als Trainer Armin Veh nach dem 2:1-Heimsieg am 29. Spieltag gegen den Tabellenelften Hannover 96 mahnte: "Wir dürfen jetzt nicht träumen, denn wir haben noch schwere Aufgaben vor uns."

Nach dem 2:0-Heimsieg am 29. Spieltag der laufenden Saison gegen den Tabellenelften Eintracht Frankfurt hat Magnin den aktuellen Teamchef Markus Babbel wortgleich sagen hören: "Wir dürfen jetzt nicht träumen, denn wir haben noch schwere Aufgaben vor uns."

Schwere Aufgaben gegen Wölfe und Bayern

Es sind die Paralellen zu 2007, die zumindest im Stuttgarter Umfeld für Euphorie sorgen.

Dabei stehen die Schwaben jetzt sogar besser da als damals. Drei Punkte Rückstand haben sie auf Tabellenführer VfL Wolfsburg, vier waren es zum gleichen Zeitpunkt vor zwei Jahren auf Schalke 04.

Im kommenden Heimspiel in zehn Tagen erwartet der VfB Felix Magaths "Wölfe", am letzten Spieltag könnte es in München ein echtes Finale um den Titel geben.

Respekt für Babbel

Bayern-Präsident Franz Beckenbauer nimmt den Titel-Konkurrenten Stuttgart sehr ernst, vor allem wegen Babbel:

"Wenn alles passt, kann er mit Stuttgart Meister werden. Markus ist ein hellwacher Bursche. Er hat eine sehr gute Ausstrahlung. Er sagt der Mannschaft, wo es langgeht."

Vom "Kaiser" bekommt Babbel nicht den einzigen Ritterschlag, auch sein größtes Vorbild Ottmar Hitzfeld traut dem VfB unter seinem Zögling alles zu.

"Markus Babbel hat Stuttgart das Bayern-Sieger-Gen eingeimpft", sagte Hitzfeld der "Sport Bild": "Man muss mit dem VfB rechnen. Diese Aufholjagd ist imponierend."

Minimal-Ziel UEFA-Cup

Nur nicht verrückt machen lassen, die Ruhe bewahren und zunächst einmal die Teilnahme am UEFA-Cup sichern, mahnen sie dagegen in Stuttgart. Champions League oder gar Titelgewinn wären die Kür.

"Es wird sich sicher bis zum Ende hin- und herbewegen. Wir wollen nur die Nerven behalten", sagt Manager Horst Heldt.

Und auch Babbel hält nichts von Träumereien: "Es ist wichtig, dass wir nicht meinen, es geht locker weiter. Wir müssen uns jeden Sieg hart erarbeiten."

Babbel bleibt bescheiden

Seine eigene Rolle spielt Babbel herunter, obwohl der rasante Aufschwung mit seiner Amtsübernahme von Veh Ende November begann.

"Die Jungs arbeiten hart, ich gebe ihnen nur kleine Tipps", sagt der 36-Jährige bescheiden.

Der "Bild-Zeitung" dichtete bereits: "Der Beckenhitzhageltoni."

Beckenbauer, Hitzfeld, Otto Rehhagel und Giovanni Trapattoni waren Babbels Lehrmeister, doch vor allem Hitzfeld hat "Das Ottmarle" ("SZ") geprägt.

"Ich versuche, das Beste von allen rauszuziehen. Aber ich will auch mein eigenes Profil schärfen. Mein Ziel ist, dass die Spieler irgendwann mal sagen: Bei dem hab' ich auch ein bisschen was gelernt", sagt Babbel.

Harmonie in der Mannschaft

Vom erfahrenen Jens Lehmann, drei Jahre älter als der Teamchef, ist ihm die Anerkennung bereits gewiss.

"Man merkt, dass er als Spieler auf höchstem Niveau aktiv war. Er liefert den Spielern präzise, griffige Erklärungen - gerade in taktischer Hinsicht", lobt der Torwart: "Er hat eine gute Art, mit der Mannschaft umzugehen und sie darauf hinzuweisen, dass die Saison bislang noch nicht zufriedenstellend verlaufen ist."

Und damit gilt einstweilen, was Torjäger Mario Gomez (Spielerporträt) sagt: "Wir sind nicht in der Position, um Ansprüche anzumelden."

Aber der 23-Jährige sagt über die Serie von fünf Siegen in Folge auch: "Wenn wir so weitermachen, werden noch einige folgen."

Wo so etwas hinführen kann, wissen sie ja seit 2007.

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