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Jupp Heynckes wurde mit Bayern 1989 und 1990 Meister © getty

Mark van Bommel und Hamit Altintop haben einen positiven Eindruck vom neuen Trainer. Die klare Art von Jupp Heynckes kommt an.

Über den FC Bayern berichtet Mathias Frohnapfel

München - Egal, ob beim Date oder dem ersten Tag im neuen Job: Die Frage "Woran bin ich?" entscheidet.

Auch die Spieler des FC Bayern treibt sie seit Montag um.

An drei Tagen haben sie seitdem mit dem neuen Chefcoach Jupp Heynckes trainiert. "Der erste Eindruck ist sehr positiv. Er sagt klar, was er will, was nicht", berichtete nun Mark van Bommel.

Trainingssprache ist deutsch

Der Bayern-Kapitän erklärte, was Heynckes' Arbeitsweise ausmacht. "Er korrigiert und stimuliert uns, das gefällt uns natürlich."

Schon als der 63-Jährige als Nachfolger von Jürgen Klinsmann vorgestellt wurde, hatte sich Manager Uli Hoeneß dieses Wort auf der Zunge zergehen lassen: Fußball-Lehrer.

Auch van Bommel erzählt von der enormen Erfahrung, die Heynckes nach Trainerstationen unter anderem in Mönchengladbach, München, Bilbao oder Madrid mitbringt.

Und bestätigt, dass auf dem Fußballplatz jetzt ausschließlich deutsch gesprochen wird. "Die Spieler verstehen das gut und können auch mal untereinander übersetzen."

Neuer Trainer - neue Zielsetzung

Jürgen Klinsmann parlierte noch mit Luca Toni und Franck Ribery in deren jeweiliger Muttersprache, sein Co-Trainer, der Mexikaner Martin Vasquez, mit den Argentiniern Sosa und Demichelis auf Spanisch.

Verabschiedet hat sich Jürgen Klinsmann (noch) nicht von der Mannschaft. Im Lauf des Montagvormittags blieb nach dem unvorhergesehen Rausschmiss dafür wohl keine Zeit.

Jetzt dirigiert der Weltmeister von 1974, Jupp Heynckes. Und mit dem neuen Trainer hat sich auch die öffentlich geäußerte Zielsetzung geändert.

"Kontrollierte Offensive"

Von Sport1.de auf die Meisterfrage angesprochen, sagte van Bommel: "Es geht darum, dass der Verein sich für die Champions League qualifiziert, das ist nicht lebenswichtig, aber sehr wichtig. Was dann mehr kommt, wird man sehen."

Erreichen wollen die Münchner die neue Zielmarke auch mit einer neuen Spielphilosophie. Als "kontrollierte Offensive" fasst der Niederländer die neuen Anordnungen von Heynckes zusammen. "Die Defensive ist immer das Wichtigste. Dann haben wir immer mindestens einen Punkt, das ist die Grundlage."

Raute statt Doppelsechs

Dennoch: Die Roten erhoffen sich aus den kommenden fünf Spielen die Maximalausbeute - fünf Siege. Damit das klappt, scheint Heynckes wieder mit zwei Stürmern - Luca Toni und Lukas Podolski - agieren zu wollen.

Zudem soll die Raute im Mittelfeld kommen. Die bislang praktizierte Doppelsechs mit Ze Roberto und van Bommel wäre dann aufgelöst, der Brasilianer würde vorgezogen.

Im Training ließ Heynckes in der Raute Hamit Altintop auf rechts, Bastian Schweinsteiger auf links im Mittelfeld spielen. Die Viererkette bildeten Christian Lell, Lucio, Martin Demichelis und Philipp Lahm vor Torhüter Jörg Butt.

Und noch eine weitere Veränderung soll es geben: Laut "Bild" wird am Samstag gegen Gladbach (ab 15 Uhr LIVE) Arzt Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt auf die Bayern-Bank zurückkehren.

"Keine Ausreden mehr"

Im Endspurt um den Titel ist van Bommel als Leader gefragt. Allerdings: "Wir haben einige Spieler, die das können und müssen", sagte er. Und: "Vielleicht waren Blockaden da. Aber die müssen jetzt gelöst sein. Das darf jetzt keine Ausrede sein."

Am Ende müssten Erfolge stehen "am liebsten mit gutem Fußball und hohem Ergebnis".

Dazu will auch Hamit Altintop seinen Teil beitragen. Der türkische Nationalspieler hat unter Interimstrainer Heynckes beste Perspektiven auf einen Platz im Team. 93065(Wer wird ab Sommer Bayern-Trainer? Die Bilder der Kandidaten)

Altintop in Vermittlerrolle

Altintop ist ehrlich: An ein Wiedersehen mit Heynckes hatte er nicht geglaubt.

"Ich dachte, er hat abgeschlossen mit dem Trainergeschäft", sagte der Bayern-Spieler, der von 2003 bis 2004 noch in Diensten von Schalke 04 unter Heynckes trainierte.

Jetzt ist Heynckes wieder sein Coach und Altintop damit in diesen ersten Tagen automatisch in eine Art Vermittlerrolle gerückt. Wie der Neue tickt, davon hat der türkische Nationalspieler ein ziemlich genaues Bild und gibt das auch seinen Teamkollegen weiter.

Disziplin fällt ihm als wichtigstes Stichwort ein. Und: "Er will recht offensiv spielen, einen gepflegten Pass sehen." Zumindest darin unterscheidet er sich nicht von seinem Vorgänger.

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