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Matthias Sammer ist derzeit Sportdirektor beim DFB © getty

Der Niederländer gilt als Wunschkandidat der Bayern, doch auch Veh ist im Gespräch. Nerlinger könnte neuer Manager werden.

Von Christian Paschwitz und Mathias Frohnapfel

München - Das Interesse des FC Bayern an Louis van Gaal wird konkreter.

Der Niederländer, mit AZ Alkmaar gerade erst Meister geworden, könnte ab Sommer die Münchner coachen. Uli Hoeneß bestätigte jetzt der "Süddeutschen Zeitung": "Van Gaal ist einer der Kandidaten, über die wir nachdenken."

Laut "SZ" gab es bereits einen ersten Kontakt zu dem Coach.

"Louis van Gaal steht auf unserer Kandidatenliste, Matthias Sammer auch", erklärte Franz Beckenbauer bei "Premiere" und bestätigte gleich auch noch einen weiteren prominenten Kandidaten.

Auch Veh im engeren Kreis?

Weil Jupp Heynckes (Das Porträt), der als Feuerwehrmann für den entlassenen Jürgen Klinsmann eingesprungen ist, nur für die verbleibenden fünf Saisonpartien zur Verfügung steht, basteln die Bayern mt Hochdruck an einer dauerhaften Lösung.

"So zeitnah wie möglich", sagt Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge, soll der neue Trainer gefunden und gebunden werden. "Um mit ihm auch den Kader zu planen und Transfers anzugehen."

Laut "Bild" gehört auch Armin Veh, 2007 mit dem VfB Stuttgart Deutscher Meister, zum Kreis der Trainer, die die Bayern in Betracht ziehen. Allerdings ist Veh auch bei Wolfsburg auf der Liste, falls Felix Magath die "Wölfe" tatsächlich gen Schalke verlassen sollte.

Ein hochdekorierter Fußball-Lehrer

Doch Van Gaal soll bei den Münchnern deshalb ganz oben auf der Wunschliste stehen. 93065(Wer wird Bayern-Trainer? Die Bilder der Kandidaten)

Was für eine Inthronisierung des 57-jährigen Niederländers spricht: Er verkörpert genau den Typus des hochdekorierten Fußball-Lehrers, den sich die Bayern nach der Trennung von Trainer-Greenhorn Klinsmann so sehr wünschen.

Van Gaal gewann 1995 mit Ajax Amsterdam die Champions League, wurde zudem mehrmals den nationalen Titel in den Niederlanden und Spanien.

"Kann mir Bayern gut vorstellen"

Sein Vertrag in Alkmaar läuft bis 2010, enthält allerdings auch eine Ausstiegsklausel.

Und: Kürzlich hatte van Gaal, zudem ein Wunschkandidat für das Amt des belgischen Nationaltrainers, erklärt, für Neues aufgeschlossen zu sein: "Ich habe die Ambition, Nationaltrainer eines attraktiven Landes zu werden."

Welche Aussage des Trainer-Fuchses man in München aber viel lieber hört: "Ich kann mir ein Engagement als Klubtrainer bei Real Madrid und Bayern München gut vorstellen."

"Lechzen nicht danach, uns weiter kümmern zu müssen"

So klingt ein Mann mit Erfahrung, Ausstrahlung und Erfolgen im Lebenslauf - den sich die Bayern wünschen: "Wir möchten, dass der neue Mann als Persönlichkeit mit seiner Autorität und Qualität eine Mannschaft entwickelt", präzisiert Rummenigge.

Und weiter: "Er muss einen klaren Plan haben, wir lechzen nicht danach, uns weiter um die Mannschaft kümmern zu müssen."

Van Gaal, Mitte der 90er Jahre schon einmal für den Trainer-Posten in München gehandelt, erfüllt dieses Anforderungsprofil bestens.

Deutsche Sprache ein Muss

Wie auch die "Grundvoraussetzung, deutsch zu sprechen" (Rummenigge).

Andere Niederländer sind unterdessen offenbar kein Thema mehr. "Es macht doch keinen Sinn, einen Namen (Guus) Hiddink zu disktutieren, der gerade Chelsea abgesagt hat", so Rummenigge in der "tz". "Der wird doch nicht am 1. Juli bei Bayern München anheuern."

Ebenso wenig wie Ex-Bondscoach Frank Rijkaard (2006 Champions-League-Sieger mit Barcelona), den es eher nach Italien oder England zieht.

Van Gaal selbst gibt sich mittlerweile angesichts des ausgelölsten Medien-Trubels zugeknöpft. "Es ist falsch, wenn geschrieben wird, dass ich mit anderen Vereinen flirte. Zum Thema Bayern sage ich nichts mehr", äußerte er gegenüber der "tz".

Raus aus dem Trainer-Karussell fällt indes Arsene Wenger (Bayern-Präsident Franz Beckenbauer: ("Einen Wenger kriegst du nicht").

Nerlinger als Hoeneß-Erbe?

Rein in das Amt des Bayern-Managers kommt ab 2010 dafür laut "kicker" Christian Nerlinger: Der bisherige Teammanager (36) soll ungeachtet seines jugendlich anmutenden Alters die Nachfolge von Schwergewicht Hoeneß antreten.

Nerlinger soll für den sportliche Bereich zuständig sein, sich um Lizenzspieler und den Jugendsektor kümmern, während die Bayern noch einen Mann fürs Marketing suchen, der die Themen Sponsoring und Lizenzen übernehmen mag.

Gefragt schon beim Klinsmann-Rauwurf

Hoeneß, ab 1. Januar dann Klub-Präsident statt -Lenker, meint dazu: "Wir haben Leute für diese Positionen im Auge."

Auch bei den übrigen Vorstandsmitgliedern des FC Bayern ist Ex-Profi Nerlinger (156 Bundesliga-Einsätze) wohl gelitten. Sein hoher Stellenwert im Klub dokumentierte sich nicht zuletzt am vergangenen Wochenende:

Der zweimalige Nationalspieler wurde zur Zukunft weisenden Sitzung geladen, in der es Klinsmanns Rauswurf und Heynckes als Interimslösung zu besiegeln galt.

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