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Felix Magath ist seit 15. Juni 2007 Trainer beim VfL Wolfsburg © imago

Felix Magaths Wechsel zu Schalke scheint perfekt. Wolfsburgs Spieler sind geschockt, ein Ex-Spieler schreibt den Titel ab.

Von Andreas Kloo

München - Felix Magath als Trainer und Manager in Personalunion zu Schalke ? für die Gelsenkirchener scheint es die Ideallösung, um den Klub wieder nach oben zu führen. (Magath neuer Schalke-Trainer)

Für den VfL Wolsburg dagegen könnte der Wechsel Magaths schon jetzt das Ende aller Meisterträume bedeuten.

Das glaubt zumindest Stefan Effenberg: "Die Gerüchte um Felix Magath könnten Wolfsburg in der jetzigen Situation den Titel kosten. Es gibt jeden Tag Unruhe, wenn du dazu nicht sofort Stellung beziehst", ist sich der frühere Bayern-Star bei "Premiere" sicher.

Misimovic: "Total überrascht"

In der Tat fielen die Spieler aus allen Wolken, als sie mit der Nachricht von Magaths bevorstehendem Wechsel konfrontiert wurden.

"Mit so einem Thema habe ich nicht gerechnet. Ich bin total überrascht", zeigte sich Spielmacher Zvjezdan Misimovic gegenüber der "Wolfsburger Allgemeinen Zeitung" erstaunt.

Abwehrspieler Jan Simunek appelliert an die Mitspieler: "Unser Ziel ist groß. Davon dürfen wir uns durch nichts ablenken lassen."

Magath glaubt an gezieltes Manöver

Doch Felix Magath glaubt, dass genau das durch diese Gerüchte erreicht werden soll.

Die Mannschaft des Tabellenführers soll angeblich durch die Veröffentlichung gezielt verunsichert werden: "Ich frage mich, wer ein Interesse hat, so etwas zum jetzigen Zeitpunkt in die Welt zu setzen. Damit will man mir beziehungsweise meinem Verein schaden. Ich sehe überhaupt nicht ein, mich zu solchen Gerüchten zu äußern."

Ein Fan vermutet im VfL-Forum bereits: "Da stecken die Bayern dahinter." Ganz vorne dabei bei der Veröffentlichung der brisanten Personalie war zudem die "Stuttgarter Zeitung". Zufall? Oder ist die indiskrete Stelle gar beim FC Schalke 04 zu suchen?

In diesem Fall besteht sogar die Gefahr, dass der 55-Jährige aus Verärgerung den Deal mit den Gelsenkirchenern doch noch platzen lässt.

Unüberbrückbare Differenzen

Allerdings gibt es für Magath auch in Wolfsburg keine Zukunft mehr, selbst beim Gewinn des Meistertitels.

Die Differenzen mit dem Aufsichtsrat beziehungsweise VW scheinen unüberwindbar. Magath wünschte sich offenbar weitere Verstärkungen um in der kommenden Saison in der Champions League groß anzugreifen.

Magath hängt an seinen Posten

Doch VW macht da nicht mit. Auch beim Auto-Riesen hat die Finanzkrise ihre Spuren hinterlassen. "Die Bäume wachsen nicht in den Himmel", stellt der Wolfsburger Aufsichtsrats-Vize Stephan Grühsem klar.

Außerdem wollte der Aufsichtsrat laut "WAZ" Magaths Macht beschneiden. Zumindest eine Funktion sollte der Trainer, Sportdirektor und Geschäftsführer aufgeben.

Doch dazu verweigerte Magath wie erwartet seine Zustimmung.

Ausverkauf droht

Nun droht Wolfsburg aber nicht nur der Verlust des Meistertitels, sondern auch eine große Abwanderungswelle.

Nationalspieler Marcel Schäfer hatte bislang anderweitige Angebote mit Hinweis auf Magath ausgeschlagen und seinen Vertrag verlängert, "weil mich Magath weiterbringt und ich auch künftig unter ihm trainieren möchte."

Top-Duo vor dem Absprung?

Gut möglich, dass auch die beiden Goalgetter Grafite und Edin Dzeko ohne ihren "Ziehvater" Felix Magath das Weite suchen. Das bei nationalen und internationalen Top-Klubs Interesse an dem Stürmer-Duo besteht, liegt bei zusammen 38 erzielten Toren auf der Hand.

Die Niederlage im Titelkampf wäre zwar für Wolfsburg kein Problem. "Felix Magath hat ja sowieso immer gesagt, dass Bayern München Meister wird", merkt Effenberg an.

Ein Auseinanderbrechen der aktuell so erfolgreichen Mannschaft wäre dagegen für die "Wölfe" nur schwer zu verkraften.

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