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Jürgen Klopp gehört mittlerweile zum BVB, wie die schwarz-gelben Trikots. "Kloppo" dreht an der Seitenlinie gerne mal im roten Bereich und stellt sein Team immer optimal auf den Gegner ein. UNENTSCHIEDEN
Jürgen Klopp will mit der Borussia die Chance aufs internationale Geschäft wahren © getty

Dortmunds Trainer sammelt Sympathiepunkte ohne Ende - und befindet sich mit dem BVB auf Rekordjagd. Das schätzen auch Zorc und Co.

Dortmund - Jürgen Klopp sammelt derzeit eifrig Punkte - in der Bundesliga und auch bei den Fans von Borussia Dortmund.

Der Trainer, Publikumsliebling und Sympathieträger der Westfalen sponsort indirekt einen Sonderzug zum Auswärtsspiel am Samstag (ab 15 Uhr LIVE) bei Eintracht Frankfurt, indem er demnächst im Dortmunder Hauptbahnhof eine Autogrammstunde für die Deutsche Bahn abhalten wird.

Insgesamt werden mehrere Tausend schwarz-gelbe Anhänger an den Main reisen, die den sechsten Sieg des BVB in Folge feiern wollen.

Mit einem weiteren Dreier würde Klopp mit seiner Mannschaft einen Vereinsrekord aus der Meistersaison 2001/2002 einstellen und somit weiterhin die Chance auf das internationale Geschäft wahren. (zur Vereinsseite)

"Die Situation nicht überbewerten"

"Wir wollen die Saison jetzt einfach weiter gut zu Ende spielen, ohne konkrete Zielvorgabe. Wir werden die Situation nicht überbewerten, sind aber natürlich glücklich und bleiben weiter dran", sagt Klopp.

Ungeachtet der noch immer fünf Punkte Rückstand des Tabellensiebten auf Platz fünf sind sich schon jetzt alle Borussen einig: Kaum ein Trainer zuvor hat der Mannschaft so seinen Stempel aufgedrückt, seine Philosophie vom offensiven Konzeptfußball derart rübergebracht.

Klopp, Meister des verbalen Doppelpasses und wortgewandter Motivator, ehrgeizig und dabei stets authentisch, impulsiv und in der Menschenführung autoritärer als gemeinhin angenommen, steht beim BVB nach tristen Jahren als Initiator der ersehnten Aufbruchstimmung.

Disziplin, am Menschen orientiert

Seine Linie ist "von Disziplin geprägt, aber am Menschen orientiert". "Die meisten Regeln gibt das Spiel selbst vor, die restlichen stelle ich auf", ließ der 41-Jährige bei seinem Amtsantritt vor zehn Monaten wissen.

Seine Resultate können sich sehen lassen. Denn kein anderes Team kassierte bislang so wenig Niederlagen (vier) und nur der Erzrivale Schalke 04 weniger Gegentore (27) als die Borussia (33, in der vergangenen Saison zum gleichen Zeitpunkt 54).

Pech für den BVB: Noch nie seit Einführung der Drei-Punkte-Regel war eine Mannschaft, die nach dem 29. Spieltag 49 Punkte auf dem Konto hatte, nur auf Rang sieben notiert.

13 Unentschieden trüben Bilanz

Dreimal in den vorangegangenen 13 Jahren wäre sie Dritter gewesen, in acht Fällen Vierter oder Fünfter. Wenn da nur nicht die 13 Unentschieden wären...

Doch darüber kann sich Klopp (Porträt) nicht ärgern: "Die meisten dieser Spiele wären in der vergangenen Saison vermutlich verloren gegangen." Wichtiger ist für den einstigen Mainzer Kult-Trainer und TV-Bundestrainer die Entwicklung der jungen Mannschaft.

Jürgen Klinsmann wollte in München jeden Spieler "besser machen", Klopp hat es in Dortmund geschafft. Auf welchem Rang auch immer der BVB beim Saisonfinale am 23. Mai landen wird, die Bilanz des ersten Jahres unter Klopp wird die Erwartungen übertreffen.

Vertrag jetzt bis 2012

"Was Jürgen Klopp bisher geleistet hat, ist hervorragend. Wir planen mit ihm ein Langzeitprojekt mit einer Mannschaft, in der ein riesiges Potenzial schlummert", begründet Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke die vorzeitige Vertragsverlängerung um weitere zwei Jahre bis 2012.

"Jürgen passt mit seiner begeisternden Art zum BVB, zu Dortmund und zur Region, in der Fußball intensiver gelebt wird als anderswo", sagt Sportdirektor Michael Zorc.

Klopp selbst findet seine Zeit in Dortmund "einfach geil" und die Fans seinen "Erlebnis-Fußball" mit viel Emotion und Leidenschaft äußerst unterhaltsam. Dortmunds 41. Coach ist auf dem besten Weg zum Kult-Trainer: "Ich gehe jedenfalls davon aus, hier lange zu bleiben."

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