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VfL-Coach Felix Magath setzt sich gegen die aufkommenden Gerüchte zur Wehr © getty

Die Beteiligten zögern eine Bestätigung des Schalker Transfer-Coups noch hinaus. Ein Ex-Trainer zieht den Hut vor Felix Magath.

Von Andreas Kloo

München - Felix Magath will die vermutete Einigung mit Schalke bislang nicht offiziell bestätigen. (Magath neuer Schalke-Trainer)

Er spricht von einerm gezielten Manöver aus Stuttgart: "Es ist bemerkenswert, dass die Gerüchte aus Stuttgart kommen. Das war kein Zufall. Das war

geplant und absichtlich. (Stürzt Wolfsburg jetzt ab?). Ansonsten will Magath die Meldung nicht kommentieren.

"Dass ich zu Spekulationen keine Stellung beziehe, ist meine Linie und wird auch so bleiben. Mich geht es nichts an, wer Trainer auf Schalke wird."

Auch Aufsichtsratsboss Clemens Tönnies zögert eine Bestätigung noch hinaus: "Wir werden Personalien bis zum 23. Mai nicht kommentieren."

Im gleichen Atemzug lobt er Magath aber in den höchsten Tönen: "Ich stehe dazu: Magath ist einer der Besten, das habe ich gesagt."

Zwei Fliegen mit einer Klappe

In der Tat wäre die Verpflichtung Magaths ein spektakulärer Coup. Der Verein schlägt zwei Fliegen mit einer Klappe und besetzt zwei vakante Positionen, die des Trainers und des Managers, auf einmal.

Aber auch aus Magaths Sicht wäre der Wechsel zum Revierklub ein erfolgreicher Karriereschritt.

"Wenn das alles stimmt, dann hat Felix Magath einen genialen Schachzug gemacht", lobt Schalkes Ex-Coach Jörg Berger den passionierten Schachspieler Magath bei Sport1.de.

"Er verlässt einen Verein, bei dem er gerade etwas aufgebaut hat und wo er momentan sehr viel Erfolg hat. Ich habe mir das selbst oft gedacht: 'Hättest du doch einmal gesagt, wenn du erfolgreich warst, ich gehe jetzt'", meint Berger anerkennend.

Berger: Verändertes Umfeld kein Problem

Der 64-Jährige denkt dabei auch an seine Zeit auf Schalke. Berger übernahm die Gelsenkirchener 1993 und führte den Verein aus dem Abstiegskampf innerhalb von drei Jahren in den UEFA-Cup. Doch nach einem misslungenen Saisonstart 1996 musste er gehen.

Das Schalker Umfeld kennt er aus dieser Zeit bestens. " Ich denke, wenn es zustande kommt, dass Magath auf Schalke etwas bewegen kann", ist sich Berger sicher.

"Das Umfeld ist zwar nicht so beschaulich wie in Wolfsburg, aber Magath kennt das ja aus München. Und Erfolg braucht man überall, ob in Wolfsburg oder auf Schalke", so Berger weiter.

Auch Schalkes Ex-Kapitän und Trainer Marc Wilmots zeigt sich von der Magath-Lösung bei Sport1.de überzeugt: "Magath ist ein erfahrener Mann, der in Wolfsburg etwas Gutes aufgebaut hat. So ein Top-Mann kann für Schalke nur gut sein."

"Eine gute Lösung"

Selbst Interimstrainer Mike Büskens nimmt die Nachricht positiv auf: "Eine gute Lösung. Angesichts von Magaths Vita erübrigt sich diese Frage", äußert sich der aktuelle Schalker Erfolgscoach im "Kicker".

Keine Spur von Enttäuschung bei Büskens: "Ich habe immer gesagt: Es geht allein um das Beste für Schalke."

Kein Platz mehr für Euro-Fighter?

Dabei ist es äußerst fraglich, ob für Büskens und seine Kollegen Youri Mulder und Oliver Reck bei Schalke noch Platz ist, wenn Magath kommt.

Bei seinen letzten Stationen war es Magath gewohnt, seinen eigenen Trainerstab mitzubringen. Als Co-Trainer vertraut er schon seit Stuttgarter Zeiten auf Seppo Eichkorn.

"Die drei wussten doch vorher schon, dass ein anderer Trainer für die neue Saison gesucht wird", meint Berger dazu lapidar.

Finanzielle Basis durch Gazprom

Bei den Fans könnte ein Abgang der beliebten "Euro-Fighter" und Identifikationsfiguren Büskens und Mulder allerdings für Unmut sorgen.

Finanziell dürfte die Verpflichtung Magaths eine Herausforderung darstellen. Der aktuelle Wolfsburg-Coach soll mit einem Gehalt von 5 Millionen Euro entlohnt werden.

Dazu kommt noch die Ablöse an den VfL, da Magaths Vertrag dort noch bis 2010 läuft. Der Personaletat soll bei den Gelsenkirchenern allerdings von momentan 55 Millionen Euro auf 35 Millionen reduziert werden.

Fraglich ist, ob bei den Schalker Fans, die vor allem dem Arbeiterumfeld entstammen, ein Trainer Akzeptanz mit solch üppigem Gehalt findet.

Wilmots hat da keine Zweifel: "Auf Schalke ist jeder willkommen, der viel arbeitet und gute Leistung bringt."

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