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Mesut Özil und Andreas Ivanschitz sorgten bislang im Schnitt zusammen für 12,2 Manager-Punkte © getty

In der Scorerliste und in der Sport1-Elf dominieren sie: die Spielmacher der Bundesliga. Dabei schienen sie "ausgestorben".

Von Andreas Kloo

München - Der "Zehner" schien eine ausgestorbene Spezies zu sein. Die Zeiten, als Deutschland mit Günther Netzer oder Bernd Schuster Spielmacher von Weltformat hatte, sind lange vorbei.

Die Bundesligisten und das DFB-Team spielten in den letzten Jahren zumeist ohne echten Regisseur.

Doch nach Mesut Özils Debüt als DFB-Spielmacher beim 2:0 im Freundschaftsspiel gegen Südafrika keimte erstmals wieder Hoffnung auf.

"So einen Spielertyp wie Mesut Özil hatte Deutschland lange nicht. Wir können froh sein, so einen Spieler zu haben. Denn mit seiner Kreativität entlastet er auch uns Stürmer", freute sich Stürmer Mario Gomez nach dem Spiel.

Ein Blick in die bisherige Saisonstatistik bestätigt Gomez Einschätzung.

Ivanschitz und Özil führen Scorerliste an

Bereits viermal wurde Bremens Mesut Özil in die 167612Sport1-Elf berufen.

Gleiches gelang dem Mainzer Andreas Ivanschitz. Auch die Scorerliste der Bundesliga führen die beiden an. Dem Österreicher Ivanschitz gelangen fünf Treffer und fünf Assists, Özil vier Tore und fünf Vorlagen.

Beide sind vom Spielertyp her ein klassischer Zehner. Sie kurbeln das Offensivspiel der eigenen Mannschaft an, sind immer anspielbereit, füttern die Stürmer mit klugen Pässen und erzielen sogar selbst Tore.

Aber nicht nur Bremens Thomas Schaaf und sein Mainzer Kollege Thomas Tuchel setzen wieder auf einen Spielmacher.

Ribery und Hleb keine "Zehner"

Auch andere Bundesliga-Trainer versuchen es wieder mit einem Dirigenten. Bayern-Coach Louis van Gaal hatte diese Rolle für Franck Ribery angedacht,

Stuttgarts Trainer Markus Babbel übertrug Alexander Hleb die wichtige Aufgabe. Allerdings können oder wollen beide Spieler die "Zehner"-Position nicht ausfüllen.

Systemwechsel als Chance

Grund für die wiedererstarkte Liebe zum Spielmacher ist die neu gewonnene taktische Flexibilität.

Durch die Umstellung auf die Viererabwehrkette in Kombination von zwei Stürmern war zuletzt kein Platz mehr für einen Zehner. Das Mittelfeld würde in der Defensive zu viele Lücken bieten.

Doch nun setzen viele Trainer auf ein 4-2-1-3-System.

Bundestrainer Joachim Löw ließ das DFB-Team mit dieser Taktik auch beim entscheidenden Qualifikations-Sieg in Russland auflaufen, mit Mesut Özil in der Spielmacherrolle.

Auch auf anderen Positionen festgelegt

Doch wie Hoffenheims Trainer Ralf Rangnick erklärt, muss ein Spieler nicht zentral hinter den Spitzen spielen, um das Spiel zu dirigieren.

Das sei auch auf den Außenpositionen oder im defensiven Mittelfeld möglich. "Dort haben sie mehr Zeit und Raum bei der Ballannahme und werden öfter zunächst nur von einem Gegner attackiert, den sie dann leichter ausspielen können."

Paradebeispiel für einen solch "verschobenen" Spielmacher ist Rangnicks Spieler Carlos Eduardo. Der Brasilianer liefert bislang ebenfalls konstant gute Leistungen ab. Beim Sport1.de-Bundesliga-Manager (Hier anmelden) liegt er auf Rang acht der Punkterangliste.

Noch weiter vorne steht Ze Roberto. Er hat nach zehn Spieltagen die meisten Punkte gesammelt und hat acht Scorerpunkte auf seinem Konto. Eigentlich spielt er beim HSV im defensiven Mittelfeld. Aber der 35-Jährige ist der eigentliche Drahtzieher des Hamburger Spiels.

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