Nach den Krawallen im Anschluss an das Bundesliga-Spiel gegen den 1. FC Nürnberg (1:2) hat der Chef der Deutschen Polizeigewerkschaft (DPolG), Rainer Wendt, "Geisterspiele" für Hertha BSC Berlin gefordert.

"Man ist fassungslos darüber, dass sowas in der Bundesliga möglich ist. Ich fordere mindestens einige Spiele ohne Zuschauer, damit diese Krawallmacher auch merken, dass sie ihrem Verein schaden", sagte Wendt.

Der DPolG-Vorsitzende bezeichnete den Sicherheitsdienst der Hertha am vergangenen Wochenende als "personifizierte Überforderung" und forderte vom Deutschen Fußball-Bund (DFB) und der Deutschen Fußball Liga (DFL) drastische Maßnahmen. "Wir brauchen endlich den namentlichen Ticketverkauf. Dieser muss in allen Stadion Standard werden." Außerdem müsse darüber nachgedacht werden, bestimmte Bereiche im Stadion zu sperren. "Diese Kurven, wo sich die Gewalt hochschaukelt", sagte Wendt.

Dem DFB und der DFL warf Wendt dagegen die "übliche Betroffenheits-Rhetorik" vor: "Danach passiert eigentlich nichts. Ich erwarte aber, dass der DFB und die DFL ihre sozialpädagogischen Programme auf ihre Wirksamkeit hin überprüfen. Da gibt es viel Aktionismus ohne Sinn, wenn Geld für die Bastelstuben der Ultras ausgegeben wird."

Der Gewerkschaftler bot dem DFB erneut die Zusammenarbeit an. "Wir sind gerne zu einem Gespräch bereit. Aber der DFB spricht nur mit Leuten, die ihn nicht kritisieren. Herr Theo Zwanziger hat ja öffentlich erklärt, er wolle nicht mit mir sprechen", sagte Wendt.

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