Der Vorstandsvorsitzende der Stiftung Deutsche Depressionshilfe, Professor Dr. Ulrich Hegerl, hält die Äußerungen von Martin Kind über das Verhalten der Angehörigen von Robert Enke für unsensibel. "Solch ein Satz ist ein Stich ins Herz", sagte Hegerl, "ich finde solch eine Äußerung aus Sicht der Hinterbliebenen problematisch, weil hier scheinbar Schuld verteilt wird."

Kind, der Präsident von Hannover 96, hatte am Sonntag in der Sendung NDR Sportclub erklärt: "Ich habe menschlich zwar Verständnis, dass das persönliche Umfeld (...) ihn geschützt hat. (...) Ich denke, hätten sie anders gehandelt, hätte man vielleicht andere Optionen haben können, vielleicht sogar, dass Robert Enke heute noch leben würde."

Der Torwart von Hannover 96 und der deutschen Nationalmannschaft hatte am 10. November 2009 in Folge seiner Depressionen Selbstmord begangen. Außer seinem unmittelbaren familiären Umfeld und ganz wenigen Freunden wusste niemand von seiner Erkrankung. Eine stationäre Behandlung hatte Enke aus Angst vor der Öffentlichkeit und einem möglichen Karriereende abgelehnt.

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