Knapp ein Jahr nach dem Selbstmord von Robert Enke haben Trainer Mirko Slomka und Manager Jörg Schmadtke die in der Folgezeit tiefgreifende sportliche Krise von Hannover 96 auf die unbändige Trauer der Mannschaft zurückgeführt.

In einem Interview mit dem Fußballmagazin "11 Freunde" räumten beide ein, phasenweise nur noch schwer Zugang zu den übrigen Spielern gefunden zu haben.

"Es war nicht leicht, eine Mannschaft am Rande der Aufmerksamkeitsfähigkeit zu erreichen. Das neue Trainerteam hatte Schwierigkeiten, den Zugang zur Gruppe zu finden. Das Ganze hatte sich irgendwann verselbständigt: Wir haben nicht trainiert, wir haben Spiele verloren und das Selbstvertrauen ist in den Keller gegangen", beschrieb Schmadtke die Problematik infolge von Enkes Tod am 10. November 2009.

Besonders schwierig sei der Umgang mit Emotionen gewesen. "Das Thema Spaß wurde zum zentralen Problem. Darf ich im Training lachen, darf ich nach einem Tor jubeln, darf ich mich über einen Punkt freuen? Den Spielern klar zu machen, dass man das darf, war meine größte Schwierigkeit", sagte Slomka.

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