Ein riesiger Schuldenberg, sportlich am Boden und feindselige Stimmung: Zum Auftakt der Jahreshauptversammlung des 1. FC Köln bekamen die Verantwortlichen um Präsident Wolfgang Overath den geballten Unmut der 3.119 anwesenden Mitglieder zu spüren.

Nachdem die Vereinshymne abgespielt war, skandierten die meisten Besucher im Staatenhaus am Rheinpark "Meier raus". Manager Michael Meier wird mitverantwortlich für die Transferpolitik der vergangenen Jahre und die Verbindlichkeiten gemacht, die sich offiziell auf 24,122 Millionen Euro belaufen. Dies wurde im Geschäftsbericht für das Jahr 2009/2010 bekannt gegeben.

"Ihr macht den FC kaputt" oder "Vorstand raus" hallte es dann aus dem Auditorium, das schon bei einem ersten Stimmungsbild mehrheitlich die graue Seite der Abstimmkarten mit der Aufschrift "Nein" in die Höhe hielt.

Overath lehnte anschließend einen Rücktritt vom Präsidenten-Amt ab. "Ich habe mit mir gekämpft. Warum tue ich mir das an, soll ich aufhören? Oder kämpfe ich und trage die Verantwortung? 50 Jahre habe ich den 1. FC Köln im Herzen. Ich habe 2004 mit euch einen Weg eingeschlagen und will ihn mit euch fortsetzen", sagte der 67-Jährige.

Overath hatte sich nach dem 0:4-Debakel der Kölner am vergangenen Samstag gegen Borussia Mönchengladbach aus der Öffentlichkeit zurückgezogen. Es war in den Tagen vor der Versammlung über einen Rücktritt des Weltmeisters von 1974 spekuliert worden.

"Meine Freunde, wisst ihr, warum ich kämpfe?", fragte Overath die Mitglieder und gab selbst die Antwort: "Weil ich euer Vertrauen zurückgewinnen will. Das, was wir bislang abgeliefert haben, war schlecht. Deswegen kann ich die meisten von euch verstehen."

Die ebenfalls anwesende Mannschaft mit Lukas Podolski und Trainer Frank Schaefer an der Spitze erhielt Applaus, besonders der Nachfolger des entlassenen Coaches Zvonimir Soldo.

Der Geschäftsbericht wies neben einem leichten Jahresverlust von 443.000 Euro auch einen Rekord für das Schlusslicht aus. Der Umsatz wurde auf 72,571 Millionen Euro gesteigert. Im vergangenen Jahr hatte es mit 67,442 Millionen Euro bereits eine Bestmarke gegeben.

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