Ernst-Otto-Rieckhoff hat im SPORT1-Doppelpass die Vorwürfe von Matthias Sammer gekontert.

Sammer hatte dem Aufsichtsratsvorsitzenden des HSV zuvor den Schwarzen Peter zugeschoben und seine Absage für das Amt des Sportdirektors damit begründet, dass er sich von Rieckhoffs öffentlicher Ankündigung einer schnellen Einigung unter Druck gesetzt gefühlt habe.

"Das kann ich nicht nachvollziehen. Der Druck kam von einer anderen Seite", stellte der Chef-Kontrolleur klar und gab damit dem DFB indirekt die Schuld an den gescheiterten Verhandlungen.

Rieckhoff hatte nach Gesprächen mit Sammer den Eindruck, dass "alles zur Zufriedenheit aller besprochen wurde".

Umso mehr zeigte er sich von Sammers Absage überrascht: "Wir waren Millimeter vor dem Ziel", äußerte sich der 59-Jährige enttäuscht.

Einen Rücktritt vom Aufsichtsrats-Vorsitz hatte Rieckhoff wegen der gescheiterten Verhandlungen zuvor ausgeschlossen:

"Ich fühle mich auf keinen Fall als Schuldiger seiner geplatzten Verpflichtung. Ich werde deswegen natürlich keine persönlichen Konsequenzen daraus ziehen", sagte der 59-Jährige der Tageszeitung "Welt" (Montag-Ausgabe). Rieckhoff hatte den Posten erst am vergangenen Dienstag von Horst Becker übernommen.

Rieckhoff zeigte sich bemüht, eine Schlammschlacht zu vermeiden. "Wenn Herr Sammer sagt, dass er sich mit seiner Entscheidung wohlfühlt, dann wünschen wir ihm alles Gute. Die Verhandlungen sind zu jeder Zeit sauber abgelaufen", erklärte der 59-Jährige.

Nach einer Alternative zu Sammer will sich der HSV in der näheren Zukunft nicht umsehen. "Wir gehen jetzt nicht los und suchen Matthias Sammer Nummer zwei. Zumal ich momentan keine adäquate Alternative sehe", sagte Rieckhoff und sprach dem schwer beschädigten HSV-Sportchef Bastian Reinhardt das Vertrauen aus: "Er ist unser Mann." Ein klares Bekenntnis zu dem Manager bis zu dessen Vertragsende 2012 vermied er allerdings und wollte keine "ultimativen Aussagen" treffen.

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