Nach Ansicht der Jungstars Nuri Sahin und Lewis Holtby spielt der lautstark und dominant auftretende Führungsspieler im mordenen Fußball keine Rolle mehr.

"Ich denke, unsere Generation bringt eher Leute hervor, die nicht auf dem Platz herumschreien, sondern genug Feingefühl haben, um zu merken, wenn jemand Hilfe braucht", sagte der Dortmunder Sahin dem Magazin "11 Freunde":

"In unserer Generation wird es keinen mehr geben, der sich durch Wutausbrüche in der Mannschaft platziert, wie Effenberg oder Kahn, die beide für mich Weltklassespieler gewesen sind."

Es werde "kein Mitspieler auf dem Platz mehr geschüttelt", da man wisse, dass so etwas nichts bringe.

Der Mainzer Holtby ergänzte: "Jetzt reift eine Generation heran, in der das Kollektiv an Bedeutung gewinnt. Wir pushen uns gegenseitig, und wir jungen Spieler sind gewillt, Verantwortung zu übernehmen. Da ist Borussia Dortmund ein gutes Beispiel, wo eine Gruppe zusammenwächst, die auch privat sehr viel gemeinsam unternimmt."

Diese Entwicklung sei jedoch nicht nur auf Vereinsebene zu erkennen.

Holtby hat den Trend auch beim DFB-Team beobachtet. "Es geht in der Nationalmannschaft sowieso sehr locker und offen zu. Ich habe als Neuling gemerkt, dass alle auf einer Augenhöhe miteinander sprechen und vor allem total Lust haben, miteinander zu kicken. Da würde ein Alphatier, das andere Spieler herumkommandiert, irgendwie nicht mehr reinpassen", sagte der 20-Jährige.

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