Thomas Tuchel vom Bundesligisten FSV Mainz 05 und Trainer-Urgestein Dettmar Cramer sind am Dienstag vom DFB ausgezeichnet worden.

Tuchel erhielt am Donnerstag in Köln im Rahmen der Abschlussveranstaltung des 57. Fußball-Lehrer-Lehrgangs den mit 10.000 Euro dotierten Trainerpreis des deutschen Fußballs, Cramer für sein Lebenswerk und seiner großen Verdienste um den Fußballsport das "DFB-Ehrenzeichen in Gold mit Brillant".

Der Trainerpreis wird von einer DFB-Jury unter Vorsitz von Präsident Theo Zwanziger verliehen und würdigt die herausragende Leistung eines Trainers oder einer Trainerin im Spielbetrieb, in der Nachwuchsarbeit oder für ein besonderes gesellschaftspolitisches Engagement in der Trainertätigkeit.

"Tuchel ist im Bereich der deutschen Trainer eine der Entdeckungen des vergangenen Jahres", sagte Zwanziger, "er hat beim FSV eine Mannschaft geformt, die durch ihre sympathische Spielweise auf sich aufmerksam gemacht hat." Tuchel kündigte an, dass er das Preisgeld an die Kinderhilfe in Haiti stiftet.

Lobende Worte fand Zwanziger auch für den 85-jährigen Cramer. "Er hat dem Deutschen Fußball-Bund nicht nur als Trainer vieler Vereine in der Bundesliga national, sondern durch sein Wirken in vielen anderen Ländern vor allem auch international unglaublich viel Anerkennung und Respekt verschafft."

Cramer hatte nach dem zweiten Weltkrieg eine der ersten Fußball-Lehrer-Lizenzen erworben. Der frühere Bundestrainer Sepp Herberger holte ihn zum DFB, wo er bis 1967 Trainer blieb.

Cramer wechselte dann zunächst zum Weltverband FIFA, bevor er im August 1974 Nationaltrainer in den USA wurde.

Im Januar 1975 übernahm er mit Bayern München erstmals einen Bundesligaverein. Mit den Bayern gewann er zweimal den Europapokal der Landesmeister (1975 und 1976), im Jahr 1976 wurde das Team zudem Weltpokalsieger.

Später wurde Cramer FIFA-Inspektor, Direktor beim südkoreanischen Fußballverband und technischer Berater für den japanischen Fußball-Verband, für den er schon im Jahr 1964 erstmals gearbeitet hatte.

In Japan wird er deswegen noch heute als Begründer des modernen Fußballs verehrt. 2005 wurde er als einer der ersten in die japanische Fußball-Ruhmeshalle aufgenommen.

In seiner Ansprache erinnerte Cramer an seine Anfänge und die gemeinsame Zeit mit Sepp Herberger. Er schloss mit den Worten: "Ich bin dem Fußball dankbar."

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