Nationalspieler Marcell Jansen hat den Bundesligisten Hamburger SV für sein Fehlen im DFB-Kader für die anstehenden Länderspiele verantwortlich gemacht.

"Schlimm ist für mich, dass ich mich zuletzt nicht für die Nationalmannschaft empfehlen konnte. Da hat mir der Verein Steine in den Weg gelegt. Das ist ganz bitter", sagte der 25-Jährige dem "Hamburger Abendblatt": "Denn meine Leistungen waren immer okay."

Jansen stand in den vergangenen drei Bundesligaspielen insgesamt nur 70 Minuten auf dem Platz.

"Ich werde auf der Straße und selbst auf dem Spielfeld gefragt, was denn da los sei. Und ich habe keine Antwort. Nein, irgendwie wollte man meine Hilfe hier bislang nicht. Aber ich überlasse es jedem einzelnen, sich selbst eine Meinung darüber zu bilden", äußerte Jansen, der unter Trainer Michael Oenning beim 6:2 am vergangenen Wochenende gegen den 1. FC Köln nicht einmal im Kader stand.

Jansens Hauptkritik scheint sich jedoch auf Oennings Vorgänger Armin Veh zu richten.

"Es kann sein, dass es da ein Problem gab", gestand der WM-Teilnehmer und kokettiert offenbar mit einem Wechsel im Sommer: "Bis dahin werde ich alles genau beobachten. Ich merke mir, wie man mit mir umgeht." Jansen ist noch bis 2013 an den HSV gebunden.

Die Hamburger reagierten mit Unverständnis auf die Aussagen des Flügelspielers, der auch in den vergangenen Monaten immer wieder von Verletzungen geplagt worden war.

"Natürlich hat es eine Geschichte, dass Marcell im Moment nicht optimal in Form ist", meinte Oenning in der Tageszeitung "Die Welt": "Aber ihm fehlt auch eine selbstkritische Einschätzung seiner Leistung. Er wäre gut beraten, auf sich zu gucken."

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