Trainer Jupp Heynckes von Bayer Leverkusen wirft dem Deutschen Fußball-Bund (DFB) im Zusammenhang mit dem "Geisterspiel" für den FC St. Pauli Wettbewerbsverzerrung vor.

"Dieses Strafmaß ist sehr, sehr extrem. Ich hätte mir gewünscht, diese Sperre in die nächste Saison zu verlegen und nicht jetzt den Wettbewerb zu verzerren", sagte Heynckes nach dem 2:1 (0:0) seiner Mannschaft gegen den Kiezklub: "Es wäre es wert, über eine Verschiebung nachzudenken. Es war ja ein Einzeltäter."

St. Paulis Trainer Holger Stanislawski nahm den Ball auf. "Wir wollen vom DFB gehört werden. Wir wollen dem DFB sagen: Für diesen einen Zuschauer können wir nichts", sagte er und fügte an: "Einer hatte sich aus dem Effekt heraus nicht im Griff. Die Strafe wiegt für uns doppelt schwer. Es ist ja nicht unsere einzige Sorge. Auch vor dem DFB müssen wir kämpfen, bis nichts mehr geht."

Der Verband hatte St. Pauli mit einem Spiel unter Ausschluss der Öffentlichkeit belegt, nachdem Schiedsrichter-Assistent Thorsten Schiffner während des Duells mit Schalke 04 (0:2) am Millerntor von einem Bierbecher im Nacken getroffen worden war.

Die Strafe soll am 31. Spieltag im Ligaspiel gegen den ebenfalls abstiegsbedrohten Nordrivalen Werder Bremen vollzogen werden. St. Pauli legte Einspruch ein, und im Laufe dieser Woche kommt es zur mündlichen Verhandlung vor dem DFB-Sportgericht in Frankfurt/Main.

Nächste Instanz wäre das DFB-Bundesgericht, ansonsten könnte der Klub noch das Ständige Schiedsgericht für Vereine und Kapitalgesellschaften der Lizenzligen anrufen.

teilentwitternE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel