Erstmals seit acht Jahren wird der Hamburger SV ein Spieljahr wieder mit einem Defizit abschließen. Dies musste Otto Rieckhoff, Aufsichtsrats-Vorsitzender des Bundesliga-Siebten, nach einer Sitzung des Kontrollgremiums in der HSV-Arena einräumen.

"Wir müssen mit einem Minus rechnen, das allerdings vertretbar ist", erklärte Rieckhoff. Schon vor dem Treffen der Kontrolleure war bekannt geworden, dass der neue HSV-Vorstand die Gehaltskosten von rund 47 Millionen Euro per anno um mindestens zehn Millionen senken muss. Dies unabhängig davon, ob den Hanseaten doch noch die Qualifikation für die Europa League gelingt.

Weiterhin strittig bleibt ein mit 100.000 Euro dotierter Beratervertrag, den noch der alte HSV-Vorstand unter dem mittlerweile zurückgetretenen Bernd Hoffmann mit einer Hamburger Kommunikations-Agentur abgeschlossen hatte.

In diesem Zusammenhang stehen Vorwürfe im Raum, Hoffmann habe diesen Kontrakt genutzt, um vereinsintern für eine Verlängerung seines ursprünglich noch bis zum Jahresende laufenden Vertrages zu werben.

Der neue Vorstand unter Carl Edgar Jarchow weigert sich daher derzeit noch, eine letzte fällige Rate zu überweisen. Trotz des nach wie vor ungeklärten Sachverhalts verzichtet der Aufsichtsrat vorerst darauf, Hoffmann zu diesem Thema anzuhören.

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