Bundestrainer Joachim Löw hat den Verfall der Sitten in der Bundesliga beklagt und die Provokateure an den Pranger gestellt.

"Leider gibt es in der Bundesliga immer wieder Begegnungen, die durch Provokationen mancher Spieler hektisch ablaufen. Das sorgt für den Verlust der fußballerischen Qualität", schrieb Löw in einer Kolumne für die "Sport Bild": "Deshalb vertrete ich die Meinung: Akteure, die auf dem Platz den Gegner mit Sprüchen, Tritten auf den Fuß oder ständigem Trikot-Zupfen provozieren, schaden einem erfolgreichen Spiel."

In der Bundesliga hat vor allem Abwehrspieler Maik Franz von Eintracht Frankfurt den Ruf eines Provokateurs. Einen Spieler aus der Eliteklasse wollte Löw allerdings nicht als negatives Beispiel heranziehen. Der Bundestrainer bezog sich stattdessen auf den Engländer Peter Crouch vom Premier-League-Klub Tottenham Hotspur. Crouch hatte im Viertelfinale der Champions League bei Real Madrid nach zwei groben Fouls innerhalb weniger Minuten schon in der Anfangsphase die Gelb-Rote Karte gesehen.

"Wer so spielt, muss mit den Folgen für sich und seine Mannschaft leben und ist dann auch daran schuld, wenn das Spiel negativ verläuft", erklärte Löw, der Mittelfeldspieler Sven Bender vom Spitzenreiter Borussia Dortmund als positives Beispiel anführte: "Er ist klasse in der Ball-Eroberung, erfüllt seine Aufgabe, reklamiert nicht bei Schiedsrichter-Entscheidungen und provoziert auch nicht den Gegner. Er konzentriert sich nur auf seine Aufgabe."

Ein ähnlich gutes Zeugnis stellte Löw seinen Nationalspielern Sami Khedira und Philipp Lahm aus: "Sie konzentrieren sich auf den Fußball und fallen nicht durch eine große Theatralik oder unnötige Fouls auf."

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