Bayern Münchens Torwart Jörg Butt sieht im Geltungsbedürfnis des entlassenen Trainer Louis van Gaal die Hauptursache für das Scheitern des Niederländers beim deutschen Fußball-Rekordmeister.

"Das Problem war, dass er nicht bereit war, die Identität des Vereins anzunehmen. Er hat den Erfolg vielleicht ein bisschen sehr auf sich bezogen", sagte der Schlussmann im Interview mit der "Süddeutschen Zeitung":

"Es kann nicht sein, dass ein leitender Angestellter in einem funktionierenden Verein alles umwerfen will. Der FC Bayern hat eine sportliche Linie gesucht - niemanden, der den Verein übernehmen will."

Seine Degradierung nach der Winterpause zur Nummer zwei durch van Gaal zugunsten von Thomas Kraft bezeichnete Butt als "ungerecht. Es gab keine sportlichen Grund, mich aus dem Tor zu nehmen", erläuterte der nach van Gaals Entlassung wieder zum Stammkeeper ernannte Ex-Leverkusener seine Sichtweise der Vorgänge.

Butt beklagt besonders van Gaals einsame Entscheidungsfindung in dieser Frage: "Er hat nicht einmal einen Zweikampf im Trainingslager ausgerufen. Ich konnte nichts tun, nichts beeinflussen, ich hatte keine Chance."

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