Bayern Münchens Vorstandsvorsitzender Karl-Heinz Rummenigge hat die Kritik von Oliver Kahn an der Transferpolitik des deutschen Rekordmeisters zurückgewiesen und dem ehemaligen Nationaltorhüter Effekthascherei vorgeworfen.

Er sei grundsätzlich ein Mensch, der Kritik respektiere, betonte Rummenigge in einem Welt-Interview, "aber ich sage immer, sie muss den richtigen Weg haben".

Bei Kahn aber falle ihm auf, dass dieser "exklusiv über die Öffentlichkeit" gehe und sich dabei "vor allem kritisch über den FC Bayern äußert, weil damit die meiste Aufmerksamkeit erzeugt wird".

Kahn hatte dem FC Bayern über die Medien fehlende Vereinsphilosophie und mangelnde Weitsicht in der Kaderplanung vorgeworfen.

"Phasenweise fragt man sich, wie passen jetzt die Spieler wirklich zusammen. Es geht nicht immer nur darum, dass man bestimmte Namen kauft oder Spieler holt, die einmal gut gegen Bayern München gespielt haben", sagte der frühere Kapitän der Bayern.

Außerdem hatte Kahn die angebliche Höhe der Ablösesumme für Manuel Neuer (Schalke 04) als "Mondsumme" kritisiert: "So eine Summe für einen Spieler, der nächstes Jahr ablösefrei wäre, ist exorbitant hoch."

"Gekauft wird bei Bayern München nicht nach Namen, sondern nach Qualität", konterte Rummenigge und ergänzte: "Wenn die Qualität zufällig einen Namen hat, bleiben wir mal bei dem Namen Manuel Neuer, da ist beides identisch, Qualität und Name."

Was den Transfer von Neuer angeht, äußerte sich Rummenigge in der "Bild" zuversichtlich: "Ich bin überzeugt, dass sich Schalke 04 an die getroffene Vereinbarung, die wir per Handschlag besiegelt haben, halten wird. Ich kenne die Vertreter von Schalke nur als Ehrenmänner und seriöse Kaufleute, so wie wir es auch sind."

Noch nicht so optimistisch ist Rummenigge beim Transfer von Jerome Boateng von Manchester City. "Es ist ja kein Geheimnis, dass der Spieler eine Sympathie für Bayern München hegt. Aber ich bin heute noch nicht soweit, dass ich mich so optimistisch über Manchester City und die notwendigen Dinge äußern kann", sagte Rummenigge in der "Welt".

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