Mit jeder Menge Frust im Gepäck verlässt Mittelfeldspieler Jurica Vranjes nach fünf Jahren den Bundesligisten Werder Bremen. Grund für seine Verstimmung ist Trainer Thomas Schaaf, dem Vranjes zwischenmenschliche und kommunikative Defizite vorwirft.

"Er kann sehr gefühlskalt gegenüber Spielern sein. Schaaf redete regelmäßig nur mit seinen drei oder vier Lieblingsspielern, zu anderen war er oft abweisend und in der Kabine schlecht gelaunt. Es gab Tage, an denen er Spieler nicht einmal gegrüßt hat", sagte der Kroate im Interview mit "11Freunde".

Auch mit ihm habe Schaaf in fünf Jahren "vielleicht dreimal geredet".

Seiner Ansicht nach sei Schaaf zwar fußballerisch der beste Trainer Deutschlands, "aber heutzutage muss ein Trainer auch ein wenig Psychologe sein, mit den Spielern sprechen und ihnen Dinge erklären."

Auch Teamkollege Claudio Pizarro soll sich jüngst über schlechte Stimmung in der Werder-Kabine bei Vranjes beschwert haben. "Ich glaube, dass jeder Fußball-Profi ein paar Prozent mehr Leistung gibt, wenn der Trainer eine Atmosphäre aus Leistung und Freude schafft."

Als positives Beispiel führte der 31-Jährige Jürgen Klopp von Meister Borussia Dortmund an, über den sich der Ex-Bremer Patrick Owomoyela per SMS bei Vranjes begeistert zeigte.

"Er schrieb, dass der Trainer den größten Anteil am Erfolg hat. Es sei toll, was Klopp für eine positive Stimmung im Team verbreite, obwohl er auch hart trainieren lasse."

Vranjes spielte in den Planungen von Thomas Schaaf in der abgelaufenen Spielzeit keine Rolle mehr und kam zu keinem Einsatz in der Bundesliga.

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