Die Insolvenz des Trikotsponsors Teldafax könnte den Fußball-Vizemeister Bayer Leverkusen nachträglich Millionen kosten.

Nach Angaben des "Handelsblatts" hat Bayer sämtliche Zahlungen des Stromanbieters in Höhe von sechs Millionen Euro pro Jahr erhalten, als andere Gläubiger vergeblich auf ihr Geld warteten.

Dies sei "ein Klassiker für das Insolvenzanfechtungsrecht", sagte Daniel Bergner, Geschäftsführer des Verbandes der Insolvenzverwalter Deutschlands.

Bayer hatte am 3. Juni die Auflösung des noch zwei Jahre laufenden Vertrages bekannt gegeben.

Es sei gesetzlich geregelt, dass kein Gläubiger unmittelbar im Vorfeld eines Insolvenzantrags zu Lasten anderer Gläubiger befriedigt werden dürfe.

Jeder Insolvenzverwalter sei verpflichtet, alle Zahlungen, die bis zu drei Monate vor dem Insolvenzantrag liegen, genau auf diesen Tatbestand zu prüfen und gegebenenfalls anzufechten.

Bergner: "Das kommt häufig vor."

Biner Bähr, der vorläufige Insolvenzverwalter von Teldafax, bestätigte dem "Handelsblatt" durch einen Sprecher, er werde den Fall sorgfältig prüfen.

"Es geht um den Vorsatz der Gläubigerbenachteiligung", sagte der Anwalt und Insolvenzspezialist Klaus Kollbach.

Wenn ein Unternehmen einen bestimmten Gläubiger noch auszahle, obwohl es eigentlich zahlungsunfähig sei und wenn dem Gläubiger dies bekannt sei, sei die Zahlung innerhalb von zwei Jahren anfechtbar.

Dabei reicht es laut Paragraf 130 der Insolvenzordnung aus, wenn der Schuldner "Kenntnis von Umständen hat, die zwingend auf die Zahlungsunfähigkeit schließen lassen".

teilentwitternteilenE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel