Karl-Heinz Rummenigge hat erneut scharfe Kritik am "Finanzdoping" in den europäischen Fußballligen geäußert.

Im Interview mit dem Fachmagazin "Sponsors" sagte der Vorstandsvorsitzende des deutschen Rekordmeisters Bayern München: "Ich glaube, dass seit dem Bosman-Urteil alle - da will ich den FC Bayern München gar nicht ausnehmen - in die falsche Richtung gefahren sind. Gehälter und Transfersummen haben ein ungesundes Niveau erreicht. Es gilt jetzt, auf einen rationalen Weg zurückzufinden."

Die Bundesliga sieht Rummenigge noch immer im Nachteil gegenüber den Profiligen in England, Spanien und Italien: "Im Moment herrscht definitiv 'Financial Unfair Play'. Wenn sich Scheichs, Ölmagnaten oder Medienzare Klubs aneignen und dort finanzielles Doping betreiben, wird es für einen deutschen Klub schwierig mitzuhalten."

Hart ging Rummenigge auch mit den Verbänden ins Gericht: "Heute wird, ganz nüchtern betrachtet, jede Entscheidung, die bei der UEFA oder bei der FIFA getroffen wird, nicht mit den Klubs abgestimmt. Wir spielen nach wie vor eine zu geringe Rolle, die gilt es zu verbessern und zu verändern."

Der frühere Nationalmannschaftskapitän kritisierte FIFA-Präsident Joseph S. Blatter für dessen zögerliches Vorgehen.

"Manche Entscheidungen verstehe ich auch einfach nicht. Die FIFA wehrt sich mit Händen und Füßen gegen technische Hilfsmittel für Schiedsrichter. Bisher ist mir kein plausibler Grund genannt worden, warum das so ist. Deshalb sage ich, die Fußballwelt muss transparenter, demokratischer und am Ende des Tages fairer werden", sagte Rummenigge.

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