Überraschende Wende im Streit um die Abschaffung der 50+1-Regel im deutschen Profifußball: Bei der ersten Anhörung vor dem Ständigen Schiedsgericht des DFB in Frankfurt/Main änderte Hannovers Präsident Martin Kind als Kläger seinen Antrag. Damit bleibt die 50+1-Regel in ihrer jetzigen Form voraussichtlich erhalten.

Kind will nun nicht mehr in erster Linie die Investoren-Regel abschaffen, sondern die seit dem 1. Januar 1999 durch einen DFB-Paragraphen bestehenden Wettbewerbsvorteile von Bayer Leverkusen und dem VfL Wolfsburg angreifen.

"Wir sind mit dem Änderungsantrag auf einem guten Weg. Eine Entscheidung wird aber vorerst nicht fallen. Sollte dem Antrag nicht stattgegeben werden, dann sind wir aber weiter bereit, durch alle Instanzen zu gehen", sagte Kind.

Damit ist allerdings nicht zu rechnen. Eine Entscheidung über den neuen Antrag wird das Schiedsgericht unter dem Vorsitzenden Udo Steiner zwar frühestens in zwei Monaten treffen, es läuft aber offenbar alles auf eine Änderung der Paragraphen für die im Januar 1999 vom DFB geschaffene "Lex Leverkusen und Wolfsburg" hinaus.

In diesem Paragraphen heißt es, dass Investoren nur dann eine mehrheitliche Beteiligung an den Bundesligisten haben dürfen, wenn das Unternehmen vor dem Stichtag am 1. Januar 1999 bereits 20 Jahre im Klub aktiv war.

Hannover hat nun die Abschaffung des Stichtags beantragt. Damit könnten in Zukunft alle Bundesligisten mit Investoren zusammenarbeiten, die seit mehr als 20 Jahren im Verein aktiv sind. "Jemand, der seit 20 Jahren die Würste im Stadion verkauft, ist damit aber nicht gemeint", sagte Rechtsanwalt Peter Duvinage.

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