Bayer Leverkusens Geschäftsführer Wolfgang Holzhäuser hält den Kompromissvorschlag von Martin Kind im Streit über die Investoren-Regel im deutschen Profifußball für "unausgegoren".

"Wenn es dem Erhalt des deutschen Fußballs dient, dann in Gottes Namen. Meiner Meinung nach gibt es aber viele andere Möglichkeiten, die sachdienlicher wären. Ich halte die neue Regelung für relativ unausgegoren. Denn jeder, der seit 20 Jahren die E-Jugend-Trikots stellt, könnte damit eine Mehrheitsbeteiligung anstreben", sagte Holzhäuser.

Kläger Kind, Präsident von Hannover 96, hatte am Montag vor dem Ständigen Schiedsgericht in Frankfurt für eine Überraschung gesorgt. Er änderte bei der ersten Anhörung seinen Antrag und plädiert nun dafür, die seit dem 1. Januar 1999 durch einen DFB-Paragraphen festgeschriebene "Lex Leverkusen" anzugreifen. Eine Entscheidung wird aber voraussichtlich erst in zwei Monaten fallen.

Sollte die "Lex Leverkusen", die auch den VfL Wolfsburg betrifft, nicht fallen, will Kind wieder gegen die 50+1-Regel klagen.

Der von Kind eingebrachte Kompromiss bezieht sich auf einen Paragraphen, in dem Investoren nur dann eine mehrheitliche Beteiligung an einem Bundesligisten zugestanden wird, wenn das Unternehmen vor dem Stichtag 1. Januar 1999 bereits 20 Jahre im Klub aktiv war.

Hannover hat nun die Abschaffung des Stichtags beantragt. Damit könnten in Zukunft alle Bundesligisten mit Investoren zusammenarbeiten, die seit mehr als 20 Jahren im Verein aktiv sind.

Die 50+1-Regel verhindert, dass Geldgeber - wie zum Beispiel in England - mehr als die Hälfte der Anteile an einem Klub erwerben können. Die Liga hatte sich bis auf Hannover 96 zuletzt unisono gegen die Abschaffung der Investorenregel ausgesprochen.

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